22 Dezember 2008

 

Börsenstrategie-Element Teil 3: Jahresendrally-Zyklus!

Weihnachtsgeld und Prophetien!

Im Grunde genommen müsste ich nun etwas ausführlicher über Zyklen schreiben. Aber ehrlich gesagt benutze ich diesen Begriff heute nur als Sprungbrett für etwas anderes.

Dennoch - ein paar Gedanken zum Börsenstrategie-Element Nr. 3 möchte ich trotzdem weiter geben. Sie wissen ja - unter Zyklen versteht man zum Beispiel regelmäßig wiederkehrende Aktienkurs-Schwankungen nach oben und unten.

Wenn man von der Jahresendrally spricht, ist von starken Kursanstiegen nach oben die Rede. Dieses Phänomen kann man zwischen Mitte Oktober bis Anfang Januar ziemlich regelmäßig beobachten und hängt wohl damit zusammen, dass es weihnachtet.

Zwei Gründe für diesen Zyklus möchte ich nennen:
  1. Am Jahresende werden gerne noch Anlageentscheidungen getroffen. Dies hängt wohl ein Stück weit mit der Auszahlung des Weihnachtsgeldes zusammen.
  2. Hinzu kommt, dass der Begriff "Jahresendrally" zu einem Wort mit prophetischer Wirkung geworden ist. Auch das passt zu Weihnachten. Die Jahresendrally ist zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden. Um diese Zeit werden kaum Aktien verkauft!
Insofern könnte man diesen Punkt in die eigene Börsenstrategie mit einbauen! Ob es allerdings in diesem Jahr noch zu einer Rally kommt ...


Ganz herzlichen Dank, dass Sie "Börsentipps für Einsteiger" regelmäßig besuchen. Für die nächsten 14 Tage gönne ich Ihnen und mir eine kleine Pause.

Frohe und besinnliche Weihnachten
und einen guten Start ins neue Jahr.

Ihr Wolfgang Molzahn

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16 Dezember 2008

 

Börsenstrategie-Element Teil 2: Prozyklisches Verhalten!

Der Trend ist dein Freund!

Der Prozykler ist das Gegenteil des Antizyklers. Während der Antizykler aus der Börsianer-Herde ausschert - besser gesagt, gar nicht zur Schar gehört -, ist der Prozykler ein typisches Herdentier. Wo das Kollektiv der Aktionäre hinwandert, da läuft der Prozykler mit. Es fragt sich dabei nur, wer das eigentliche Leittier dieser Herde ist?

Möglich ist allerdings auch, dass meine Beschreibung gänzlich in die Irre geht. Sie liest sich nämlich so, als würde sich die Herde der Prozykler auf der Weide befinden und grasen. Und plötzlich - wie aus heiterem Himmel heraus - erheben alle ihre Häupter, nehmen wahr, dass das Leittier sich in Gang gesetzt hat, und folgen diesem treu und brav! Da mag was dran sein - ganz richtig ist es aber nicht!

Denn normalerweise besteht die Herde der Prozykler aus vielen Leittieren! Es ist nicht so, dass ein Leittier die ganze "technische Analyse" alleine durchführt und die anderen einfach blindlings vertrauen und hinterhertraben! Nein - die meisten "Tiere" dieser Herde leisten ebenfalls diese Arbeit und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Es versteht sich von selbst, dass es aber auch Herdenglieder gibt, die einfach nur mitwandern. Welchen Weg die meisten einschlagen, das kann wohl nicht ganz verkehrt sein!

Und so wandern sie über Berg und Tal. In den Tiefen grasen sie ausgiebig, schlagen sich ihre Mägen voll und begeben sich, ohne es gleich wahrzunehmen, in höhere Regionen. So nach und nach fällt ihnen auf, dass die Ebene weit zurückliegt und sie sich auf dem Weg zu den saftigen Almen befinden. Nun sind sie bewusst dabei - sie sind sozusagen eingestiegen - wandern höher und höher, bis sie plötzlich vom Winter überrascht werden und beim Kursverfall - ähh - Schneefall wieder den Weg ins Tal suchen.

Und was haben die vielen Leittiere durch Ihre Analysen herausgefunden?
Den Trend - ihr Wissen darum, dass sich die Aktienmärkte zyklisch verhalten, treibt sie zum Herausfinden des Trends. Zeigt der Trend klar nach oben, dann kaufen sie - fallen die Kurse, dann verkaufen sie!

Was zeichnet prozyklische Strategen aus?
Nun - auch

der Prozykler ist ein fleißiger Analyst, der den Markt beobachtet und daraus eine gemäßigte Prophetie bildet.

Als gemäßigt bezeichne ich sie deshalb, weil der Prozykler ein ausgeprägtes Sicherheitsstreben hat!

Wann genau kauft der Prozykler?
Der Prozykler kauft normalerweise erst dann Aktien, wenn sich schon bewiesen hat, dass diese sich im Aufwärtstrend befinden. Gleichzeitig hofft er natürlich, dass sich dieser Trend verstärkt fortsetzt.

Mit anderen Worten: Ein Prozykler kauft Aktien, wenn diese schon relativ teuer sind. Steigt er viel zu spät ein, so kann dies sehr verhängnisvoll sein! Wie immer ist das Timing entscheidend. Kauft der Prozykler rechtzeitig, so ist dieses Verhalten von Vorteil!

Wann genau verkauft der Prozykler?
Ein Prozykler verkauft seine Aktien erst dann, wenn sich der Trend klar nach unten gewendet hat!

Und wie verkauft der Pro-Anti-Zykler?
Es gibt Börsianer, die ihre Aktien prozyklisch kaufen und antizyklisch verkaufen, also sich dann von Ihren Wertpapieren trennen, wenn sie aufgrund Ihrer Marktanalyse zur Erkenntnis gelangen, dass das Ende des Aufwärtstrends nahezu erreicht wurde!

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09 Dezember 2008

 

Börsenstrategien Teil 1: Die antizyklische Strategie!

Kaufen, wenn andere verkaufen - verkaufen, wenn andere kaufen.

Vor einigen Tagen ging ich auf dem Trimm-dich-Pfad spazieren. Ja, Sie haben richtig gelesen. Ich habe mich weder mit Übungen getrimmt, noch bin ich gerannt. Ich ging spazieren und traf dabei einen Lehrer meiner Kinder. Wir kamen auf dies und jenes zu sprechen - natürlich auch auf mein Aktienbuch. Er erwähnte, dass ihm bezüglich seiner Aktienanlage nur ein Rat seines Bankers haften geblieben war, nämlich die Empfehlung, sein Geld antizyklisch zu investieren.

Dieses Gespräch brachte mich auf die Idee, jetzt, nachdem ich die Börsenregeln abgeschlossen habe, ein wenig über Börsenstrategien zu philosophieren. Ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt. Beginnen möchte ich heute mit - wie könnte es anders sein - mit der antizyklischen Strategie!

Was zeichnet antizyklische Strategen aus?
Liest man die Aussage weiter oben, so drängt sich die Meinung auf, dass die antizyklische Strategie eine Gefühlsstrategie ist. Weit gefehlt.

Lassen Sie mich den antizyklischen Anleger etwas salopp beschreiben:

Ein richtiger Antizykler ist ein Malocher, der keine Zeit hat, um auf dem Börsenparkett zu tanzen. Mit Adleraugen beobachtet er den Markt und bildet daraus eine Prophetie. Und weil er von seiner Schau überzeugt ist, kauft und verkauft er etwas früher als andere!

Wer antizyklisches Verhalten aus dem Bauch heraus anwendet, der mag ein paar Mal Glück haben - früher oder später wird er aber Pleite gehen!

Antizyklisch kann man nur dann Gewinne erzielen, wenn die hart erarbeitete Trendwechsel-VOR-kenntnis tatsächlich auch zum Trend wird. Wer zu lange gegen den Trend spekuliert, ohne dass dieser sich einstellt, wird sehr viel Geld verlieren! In diesem Falle wird das mutige Verhalten des Antizyklers bestraft!

Wann genau kauft der Antizykler?
Sehr vereinfacht ausgedrückt handelt er folgendermaßen:
Wann genau verkauft der Antizykler?
Im Klartext heißt dies:

Wenn die Mehrheit immer noch kauft - steigt der Antizykler schon aus,
und wenn die Mehrheit verkauft, steigt er schon wieder ein!

Allerdings ist es für den Antizykler viel schwieriger, den günstigen Ausstiegs- als den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden!

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02 Dezember 2008

 

Börsenregeln - Zusammenfassung und Abschluss

Die vielen "Wenns" und "Abers"!

Erinnern Sie sich noch? Börsenregeln sind für mich die Gehhilfen der Aktionäre!
Heute möchte ich meine Börsenregeln-Reihe zum Abschluss bringen. 14 waren es an der Zahl - in 10 Börsengebote möchte ich sie zusammenfassen und nochmals neu formulieren:

1. Gebot:
Lieben Sie Ihr sauer verdientes Geld!
Sie dürfen diese Liebe auf gar keinen Fall mit irgendeinem Aktienpaket teilen!


2. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld dürfen Sie nur mit dem Kapital spekulieren, das Sie übrig haben!

3. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nicht nur mit Aktien Kapital ansparen!

4. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld müssen Sie Ihr Aktien-Kapital in mindesten 4, besser 6 verschiedene Aktienpakete streuen!

5. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nur in eine Aktiengesellschaft investieren, die Sie auch kennen!

6. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie Ihre Freundschaft mit dem Trend pflegen!

7. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nur mit einer gut ausgearbeiteten Strategie spekulieren und ständig an deren Optimierung arbeiten!

8. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie aus Ihren Anlagefehlern lernen!

9. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld müssen Sie immer daran denken, dass die Börse unberechenbar ist!

10. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie Ihre Aktien nur limitiert kaufen und / oder verkaufen!

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte Ihnen keine Liebe zum Mammon Geld predigen. Ich möchte nur, dass Sie bei Ihren Investitionen immer daran denken, wie hart Sie dafür gearbeitet haben. Es wäre doch jammerschade, wenn Sie es danach einfach nur verspielen. Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld dürfen Sie dies auf gar keinen Fall tun. Es hat Besseres verdient!

Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass ich von "dürfen - müssen - sollten" spreche. Das habe ich absichtlich getan.

Wenn ich im 1. Gebot sage, dass Sie Ihre Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld auf gar keinen Fall mit irgendeinem Aktienpaket teilen dürfen, dann möchte ich Sie damit zu einer Treue gegenüber Ihren Ersparnissen ermutigen. Es spart sich nicht so leicht wie die Ersparnisse durch einen Seitensprung mit einem Aktienpaket verloren gehen!

Auch im 2. Gebot geht es ums Dürfen. Lassen Sie sich niemals zum Spekulieren auf Kredit oder mit Kapital, das Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen, überreden. Zum Spekulieren müssen Sie Geld haben, das übrig ist. Betrachten Sie es als "nicht vorhandenes Kapital" - was Sie auf gar keinen Fall mit verlorenem Kapital gleichsetzen dürfen. Es ist einfach bis zu einem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt, der nicht im Voraus festgelegt wird, unantastbar.

Im 4. und 9. Gebot verwende ich das ungeliebte Wort "müssen". Gewisse Dinge müssen sein - aber müssen zu müssen ist heutzutage etwas ganz Entsetzliches. Trotzdem - wenn Sie Ihr Risiko nicht streuen - dann werden Sie früher oder später zu den Verlierern an der Börse gehören. Risikostreuung ist einfach ein muss!
Und wer aufgrund einiger Erfolge plötzlich meint, die Börse im Griff zu haben, der wird sehr bald das Gegenteil zu spüren bekommen. Sie müssen fest davon überzeugt sein, dass die Börse unberechenbar ist - trotz durchdachter Strategie - trotz aller Erfolge!

Sechs Mal bin ich etwas gemäßigter, indem ich Ihnen nahelege, dass Sie dies oder jenes tun sollten:
Vielleicht dachten Sie so beim Lesen, dass da so manches sollte, in ein Müssen umgewandelt werden sollte. Das dürfen Sie für sich gerne so handhaben. Ich war da ein wenig gemäßigter.

Es gibt genug Menschen, für die es ein entweder - oder nicht gibt. Entweder sie legen Ihre Ersparnisse in Aktien an, oder sie wählen eine andere Form der Kapitalanlage. Mehr ist nicht da. Entweder - oder! Solche Menschen sind auch der Überzeugung, dass es schlussendlich egal ist, ob sie nun dieses Aktien-Geld verlieren, oder auch nicht! Sie werden dadurch nicht reicher und auch nicht ärmer. Ich habe dafür Verständnis, womit ich natürlich nicht sagen möchte, dass ich eine solche Vorgehensweise auch gut finde.

Beim 5. Gebot stellt sich die Frage, wann ich eine Aktiengesellschaft kenne? Wie viel muss ich über sie wissen, um von Kennen reden zu können? Sind einige fundamentale Daten genug? Zumindest bei einer großen Aktiengesellschaft? ...

Auch mit der Freundschaft zum Trend kann man es übertreiben. Sind da komplizierte Chartanalysen Pflicht? Oder kann man diese Freundschaft auch oberflächlicher ausleben?

Strategien gibt es wie Sand am Meer - aber: Es gibt trotzdem keine Strategie der Strategien. Das muss uns demütig stimmen. Für manche ist ihre Strategie die einzig Wahre und Reich-Machende. Das ist aber nur eine Einbildung!
Setzen Sie für sich eine gut ausgearbeitete Strategie um und haben Sie Mut zur Optimierung derselben. Dieser zweite Teil des 6. Gebotes ist fast noch wichtiger als die erste Aufforderung. Mut zur Optimierung hat nicht jeder - viele empfinden dies als Eingeständnis eines bösen Fehlers!

Stimmen Sie mit mir überein, wenn ich behaupte, dass das 8. Gebot ein "muss" sein sollte? Dann brauche ich ja weiter nichts dazu zu sagen!

Beim 10. Gebot könnte man wieder streiten. Aktiengesellschaft ist nicht gleich Aktiengesellschaft. Da gibt es den breiten Markt - aber auch den engen Markt. Große Marktkapitalisierung und ... Dennoch neige ich dazu, in meine Strategie auch eine Limitierung einzubauen. Das wird wohl meine nächste Optimierung sein. Zuvor möchte ich aber noch einige Auswertungen machen ... womit wir wieder beim 7. Gebot wären!

Waren das nun alle Börsenregeln? Nein, ganz bestimmt nicht! Aber irgendwann muss auch Schluss sein. Für mich sind dies die wichtigsten Regeln. Sie dürfen diese gerne für sich übernehmen - Sie dürfen Sie auch gerne erweitern ...

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Gehhilfen auf dem Börsenparkett!

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