05 Dezember 2009

 

Charttechnik für Aktien-Anfänger

Die Charttechnik fasziniert nicht nur Aktien-Profis. Auch Aktien-Anfänger und Kleinaktionäre würden zu gerne mit diesem mächtigen Werkzeug umgehen können. Meistens bleibt es aber bei diesem Wunsch. Wer trotzdem schon einmal den Versuch unternommen hat, sich dieses Wissen zur Charttechnik anzueignen, hat meist nach sehr kurzer Zeit aufgegeben. Zu kompliziert und zu komplex schien die Materie, als dass ein Aktien-Anfänger damit zurechtkäme.

Diese Zeiten sind seit Erscheinen meines neuen Aktien-Ratgebers "Charttechnik - Die »Technische Analyse« für Otto Normalaktionär" endgültig vorbei. Wie bei meinem ersten Aktien-Buch habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, für Aktien-Anfänger und Kleinaktionäre zu schreiben. Sie können also mit meinem Charttechnik-Ratgeber ohne irgendwelche Vorkenntnisse und ohne Wörterbuch die Techniken der Chartanalyse erlernen.

Mehr Informationen zum Buch finden Sie hier: Per Charttechnik Aktien kaufen und verkaufen!

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02 Dezember 2008

 

Börsenregeln - Zusammenfassung und Abschluss

Die vielen "Wenns" und "Abers"!

Erinnern Sie sich noch? Börsenregeln sind für mich die Gehhilfen der Aktionäre!
Heute möchte ich meine Börsenregeln-Reihe zum Abschluss bringen. 14 waren es an der Zahl - in 10 Börsengebote möchte ich sie zusammenfassen und nochmals neu formulieren:

1. Gebot:
Lieben Sie Ihr sauer verdientes Geld!
Sie dürfen diese Liebe auf gar keinen Fall mit irgendeinem Aktienpaket teilen!


2. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld dürfen Sie nur mit dem Kapital spekulieren, das Sie übrig haben!

3. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nicht nur mit Aktien Kapital ansparen!

4. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld müssen Sie Ihr Aktien-Kapital in mindesten 4, besser 6 verschiedene Aktienpakete streuen!

5. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nur in eine Aktiengesellschaft investieren, die Sie auch kennen!

6. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie Ihre Freundschaft mit dem Trend pflegen!

7. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie nur mit einer gut ausgearbeiteten Strategie spekulieren und ständig an deren Optimierung arbeiten!

8. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie aus Ihren Anlagefehlern lernen!

9. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld müssen Sie immer daran denken, dass die Börse unberechenbar ist!

10. Gebot: Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld sollten Sie Ihre Aktien nur limitiert kaufen und / oder verkaufen!

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte Ihnen keine Liebe zum Mammon Geld predigen. Ich möchte nur, dass Sie bei Ihren Investitionen immer daran denken, wie hart Sie dafür gearbeitet haben. Es wäre doch jammerschade, wenn Sie es danach einfach nur verspielen. Aus Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld dürfen Sie dies auf gar keinen Fall tun. Es hat Besseres verdient!

Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass ich von "dürfen - müssen - sollten" spreche. Das habe ich absichtlich getan.

Wenn ich im 1. Gebot sage, dass Sie Ihre Liebe zu Ihrem sauer verdienten Geld auf gar keinen Fall mit irgendeinem Aktienpaket teilen dürfen, dann möchte ich Sie damit zu einer Treue gegenüber Ihren Ersparnissen ermutigen. Es spart sich nicht so leicht wie die Ersparnisse durch einen Seitensprung mit einem Aktienpaket verloren gehen!

Auch im 2. Gebot geht es ums Dürfen. Lassen Sie sich niemals zum Spekulieren auf Kredit oder mit Kapital, das Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen, überreden. Zum Spekulieren müssen Sie Geld haben, das übrig ist. Betrachten Sie es als "nicht vorhandenes Kapital" - was Sie auf gar keinen Fall mit verlorenem Kapital gleichsetzen dürfen. Es ist einfach bis zu einem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt, der nicht im Voraus festgelegt wird, unantastbar.

Im 4. und 9. Gebot verwende ich das ungeliebte Wort "müssen". Gewisse Dinge müssen sein - aber müssen zu müssen ist heutzutage etwas ganz Entsetzliches. Trotzdem - wenn Sie Ihr Risiko nicht streuen - dann werden Sie früher oder später zu den Verlierern an der Börse gehören. Risikostreuung ist einfach ein muss!
Und wer aufgrund einiger Erfolge plötzlich meint, die Börse im Griff zu haben, der wird sehr bald das Gegenteil zu spüren bekommen. Sie müssen fest davon überzeugt sein, dass die Börse unberechenbar ist - trotz durchdachter Strategie - trotz aller Erfolge!

Sechs Mal bin ich etwas gemäßigter, indem ich Ihnen nahelege, dass Sie dies oder jenes tun sollten:
Vielleicht dachten Sie so beim Lesen, dass da so manches sollte, in ein Müssen umgewandelt werden sollte. Das dürfen Sie für sich gerne so handhaben. Ich war da ein wenig gemäßigter.

Es gibt genug Menschen, für die es ein entweder - oder nicht gibt. Entweder sie legen Ihre Ersparnisse in Aktien an, oder sie wählen eine andere Form der Kapitalanlage. Mehr ist nicht da. Entweder - oder! Solche Menschen sind auch der Überzeugung, dass es schlussendlich egal ist, ob sie nun dieses Aktien-Geld verlieren, oder auch nicht! Sie werden dadurch nicht reicher und auch nicht ärmer. Ich habe dafür Verständnis, womit ich natürlich nicht sagen möchte, dass ich eine solche Vorgehensweise auch gut finde.

Beim 5. Gebot stellt sich die Frage, wann ich eine Aktiengesellschaft kenne? Wie viel muss ich über sie wissen, um von Kennen reden zu können? Sind einige fundamentale Daten genug? Zumindest bei einer großen Aktiengesellschaft? ...

Auch mit der Freundschaft zum Trend kann man es übertreiben. Sind da komplizierte Chartanalysen Pflicht? Oder kann man diese Freundschaft auch oberflächlicher ausleben?

Strategien gibt es wie Sand am Meer - aber: Es gibt trotzdem keine Strategie der Strategien. Das muss uns demütig stimmen. Für manche ist ihre Strategie die einzig Wahre und Reich-Machende. Das ist aber nur eine Einbildung!
Setzen Sie für sich eine gut ausgearbeitete Strategie um und haben Sie Mut zur Optimierung derselben. Dieser zweite Teil des 6. Gebotes ist fast noch wichtiger als die erste Aufforderung. Mut zur Optimierung hat nicht jeder - viele empfinden dies als Eingeständnis eines bösen Fehlers!

Stimmen Sie mit mir überein, wenn ich behaupte, dass das 8. Gebot ein "muss" sein sollte? Dann brauche ich ja weiter nichts dazu zu sagen!

Beim 10. Gebot könnte man wieder streiten. Aktiengesellschaft ist nicht gleich Aktiengesellschaft. Da gibt es den breiten Markt - aber auch den engen Markt. Große Marktkapitalisierung und ... Dennoch neige ich dazu, in meine Strategie auch eine Limitierung einzubauen. Das wird wohl meine nächste Optimierung sein. Zuvor möchte ich aber noch einige Auswertungen machen ... womit wir wieder beim 7. Gebot wären!

Waren das nun alle Börsenregeln? Nein, ganz bestimmt nicht! Aber irgendwann muss auch Schluss sein. Für mich sind dies die wichtigsten Regeln. Sie dürfen diese gerne für sich übernehmen - Sie dürfen Sie auch gerne erweitern ...

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Gehhilfen auf dem Börsenparkett!

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28 November 2008

 

Börsenregel 14: Seien Sie in Ihrer Strategie flexibel!

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!

Sie haben das sicherlich auch schon erlebt. Ihr Bekannter ist jahrelang immer und immer wieder auf einem Thema mit ein und derselben Meinung herumgeritten. Er pries die Sache in den schillerndsten Farben an, war mehr als nur überzeugt - fast schon fanatisch, versuchte Sie auf Teufel komm raus zu überreden und urplötzlich war alles ganz anders. Er hatte sich um 180° gedreht und war kaum wiederzuerkennen.

Als Sie ihn dann auf diese radikale Kehrtwendung hin angesprochen haben - sozusagen Ihr Erstaunen zum Ausdruck gebracht und ihn mit Fragen gelöchert haben, sagte er nur: "Was gibt mich mein dummes Geschwätz von gestern an!" und teilte Ihnen dann ein paar einsichtige Gründe für sein Verhalten mit.


Wissen Sie was? Menschen, die so handeln, sind meine Freunde.
Warum? Aus drei Gründen:
  1. Weil Sie trotz aller Sturheit noch fähig sind, ihre Überzeugungen zu ändern!
  2. Weil Sie niemandem nach dem Mund reden!
  3. Und weil Sie ihre Meinung nicht so häufig wie ihre Socken wechseln!
Im Grunde genommen kann man sagen, dass solche Menschen ihre Überzeugungen aufgrund intensiver Recherchen bilden, sie ehrlich vertreten - auch wenn es mal wehtun sollte - und trotzdem thematisch noch am Ball bleiben!

Was unterscheidet sie von anderen?
Nun, es gibt fast den gleichen Typus noch mal. Er ist auch zutiefst überzeugt. Er hat sich seine Überzeugung auch erarbeitet. Und - das ist der große Unterschied - er wird diese Überzeugung niemals aufgeben. Egal, was kommt - er bleibt dabei. Lieber geht er unter, als dass er seine Meinung ändert.

Sehr oft erlebe ich auch, dass Menschen Ihre Überzeugung aus einem einzigen Artikel gewinnen. Aber sie bleiben dabei - halten stur daran fest. An einer anderen Sichtweise haben sie gar kein Interesse. Das würden sie als persönlichen Angriff werten und entsprechend reagieren.

Andere wechseln ihre Meinung täglich. Heute ist die Sache so zu sehen, morgen ganz anders und übermorgen gibt es schon wieder eine ganz neue Erkenntnis. Und immer wird alles mit dem gleichen Enthusiasmus vorgetragen.

Am unliebsten sind mir aber jene Personen, die damit beginnen, ihre Überzeugung darzulegen und sie bei jedem Einwand sofort so angleichen, dass eine vernünftige Diskussion unmöglich wird. Man ist ja einer Meinung - auch wenn es nicht so ist.


Ich muss so langsam aber sicher die Kurve in Richtung Börsenregel Nr. 14 kratzen. In der Vergangenheit habe ich Sie immer und immer wieder ermutigt, doch Ihre eigene Strategie zu entwickeln. Möglichweise haben Sie das getan und möglicherweise halten Sie seit Jahren - Jahrzehnten an Ihrer Strategie fest.

Das ist gut - das ehrt Sie.
Aber dann kam bei Ihnen das Jahr 2002. Und plötzlich mussten Sie feststellen, dass Ihre Strategie dieser besonderen Situation nicht gewachsen war!
Oder nehmen wir 2008. Auch hier wird so manche Strategie versagen!

Was haben Sie 2002 getan, was sollten Sie 2008 tun?
Die Antwort lautet: 2002 waren Sie hoffentlich flexibel und sind dies 2008 hoffentlich immer noch!
Ja - es ist richtig, Sie haben mühsam eine Strategie ausgearbeitet. Sie haben über Jahre hinweg daran festgehalten. Sie hat auch lange funktioniert. Aber nun müssen Sie diese Strategie feintunen. Sie müssen sie optimieren und zwar so, dass sie auch in solchen Situationen greift und vor größeren Verlusten bewahrt.

Natürlich gilt dies nicht nur für Verlust-Situationen. Auch in Gewinn-Dingen sollten Sie bezüglich Ihrer Strategie flexibel und damit ein sehr guter Aktien-Stratege sein.

Was macht solch einen sehr guten Strategen aus?

Anders ausgedrückt:

Kluge und erfolgreiche Investoren sind dazu fähig, Ihre Überzeugung radikal zu ändern.

Sobald sich die Börsenlage ändert, geben sie ihre bisherige Meinung auf.
Gerade eben tanzten sie auf dem Börsenparkett noch Walzer, nun ist es eben Rock 'n' Roll.
Gestern sagten sie noch dies - und heute "Was gibt mich mein s... Geschwätz von gestern an"!

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25 November 2008

 

Börsenregel 13: Sichern Sie Ihr Depot durch einen Zeitzünder ab!

Überlisten Sie sich selbst!

Seit Tagen beschäftige ich mich gedanklich mit dem Text zu dieser Börsenregel. Mittlerweile glaube ich nämlich, dass ich als Aktionär und Autor eines Aktien-Einsteiger-Buches die Komponente "Menschliches Verhalten" total unterschätzt habe. Im Ratgeber selbst und im Gratis-Report ermutigte ich meine Leser, dass sie eine ehrliche Persönlichkeits-Selbst-Analyse durchführen sollen. Jeder - wirklich jeder, das ist meine Überzeugung -, der Aktionär werden möchte, sollte meines Erachtens nach bezüglich seiner Person wissen, mit wem er es da zu tun hat.

Und was soll ich sagen. Ich glaube fast, dass viele meiner Leser genau diese Kapitel überschlagen. Mein Rat wird mit einer abwinkenden Handbewegung und den Worten: "Ich weiß doch, wer ich bin!" abgetan.
Aber - können sie wirklich aus dem Stehgreif sagen, wie Sie "ticken"? Was Sie für ein Temperament haben? Ob Sie ein Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker oder Melancholiker sind - zumindest von dem her, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt - sowohl positiv als auch negativ und in Bezug auf Ihr Aktionärsdasein?
Aber das ist ja noch nicht alles.
Unser ganzes Angebot an Emotionen kommt ja noch hinzu.

Welche Worte beschreiben Sie im Börsengeschäft?
In meinem Ratgeber ermutige ich, dass die Leser ganz ehrlich über diese Dinge nachdenken, sich beurteilen und diesbezüglich mit einer durchdachten Aktien-Strategie = Stärkung des Immunsystems - das "Börsenfieber" vermeiden.

Mit der Börsenregel Nr. 13 möchte ich noch eine Stufe weiter gehen. Ich habe den Eindruck, dass mein Rat in den jetzigen turbulenten Zeiten nicht greift - dass wir uns da selbst überlisten müssen, um bei hohen Wellen an der Börse nicht Schiffbruch zu erleiden.

Und wie soll das geschehen? Wir haben doch schon unser Immunsystem gestärkt - das muss doch reichen!

Nein, ich glaube nicht.
Zu schnell will man wieder alles aussitzen. Die Psyche schlägt aller Vernunft liebend gern ein Schnippchen!

OK - was dann? Auch wenn ich viele "Ja, abers!" im Kopf habe, bin ich mittlerweile der Ansicht, dass man noch eine weitere Sicherung in sein Depot einbauen sollte. Jemand anderes schrieb da von einer "Reißleine"! Den Begriff finde ich toll, aber ich dachte so, dass mir eine Reißleine zu wenig ist.

Wenn ich Fallschirmspringer bin, dann stürze ich mich aus dem Flugzeug und ziehe irgendwann die Reißleine. Was beim Fallschirmspringen funktioniert, wird im Aktiengeschäft oft nicht praktiziert. Da wartet man mit dem Ziehen, bis man hart auf dem Boden aufschlägt. Deshalb plädiere ich für eine Reißleine, die schon im Flugzeug aktiviert werden muss. Und aus diesem Grund spreche ich lieber von einem Zeitzünder. Ein Zeitzünder wird nicht im Moment der Zündung eingestellt und aktiviert, sondern vorher - "lange" vorher. Ist die Zeit abgelaufen, geht die Bombe hoch. Der Sprengmeister ist aber an einem sicheren Ort.

Mit anderen Worten.
Installieren Sie schon beim Kauf für jedes Aktienpaket einen Zeitzünder. Ins börsianische übersetzt heißt dies soviel wie:
  • Setzen Sie schon beim Kauf eines Aktienpaketes ein Limit, das Stop Loss. Orientieren Sie sich dabei an den Kursschwankungen dieser Aktie und geben Sie zusätzlich ein wenig Spielraum nach unten - sonst wird das Aktienpaket eventuell gleich wieder verkauft.
  • Und stellen Sie das Limit in regelmäßigen Zeitabständen immer wieder nach.
Sollte dann einmal diese Limit-Marke überschritten werden, geht Ihre Bombe hoch. Ihr eingesetztes Kapital ist aber in Sicherheit - es wurde Ihrem Konto gutgeschrieben! Sie haben sich erfolgreich überlistet und wahrscheinlich vor größeren Verlusten bewahrt. Wie heißt es so schön?

Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen!

PS: Meistens wird eine Stop Loss Marke von etwa 15 bis maximal 20 Prozent empfohlen. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich dieses Thema ausführlicher behandeln!

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07 November 2008

 

Börsenregel 9: "Spekulieren Sie nur mit Strategie!"

Drei Dinge braucht ein Mann ... - ein Aktienstratege fünf!

Was ist eigentlich eine Strategie?
Oder anders gefragt: Kann man von einer Strategie sprechen, wenn ein Aktionär immer wieder dann Aktien kauft, wenn Freund Y hinter vorgehaltener Hand einen Tipp gibt?
Ich weiß nicht recht. Wenn man mit dieser Strategie das Ziel "Ich möchte immer mal wieder Aktien kaufen!" verfolgt - dann vielleicht! Aber eine wirkliche Aktien-Strategie ist das meiner Meinung nach nicht. Dennoch gibt es viele Kleinanleger, die genauso handeln!

Wenn das keine Strategie ist - was macht dann eine Strategie aus?
Nun - einen Punkt habe ich schon genannt. Zu einer Strategie gehört ein Ziel, denn eine Strategie ist auf ein Ziel hin ausgerichtet.
Eine Strategie ist aber auch eine langfristige Sache. Der Weg zum Ziel hin benötigt Zeit.
Während dieser Zeit wird nach einem genauen Strategie-Plan vorgegangen, der nicht einfach nur ein paar Schritte zum Ziel enthält.
Ein Strategie-Plan geht tiefer: Bei der Planung der Strategie wird zum Beispiel berücksichtigt, ob man eher konservativ oder spekulativ in Aktien anlegt. Es werden auch mögliche Schwierigkeiten durchdacht und Lösungswege geplant. Auch andere Faktoren, die den Weg zum Ziel beeinflussen könnten, werden mit einkalkuliert.

OK - drei Dinge braucht ein Mann ... - ein Aktienstratege fünf: Zeit - Plan - Hirn - Ziel - und Kreativität!

ZEIT - Natürlich muss man im Aktiengeschäft manchmal schnell handeln. Aber dieses schnelle Handeln ist ein Teil des Planes. Wenn Situation soundso eintritt, dann reagiere ich sofort und ...!
Aber bei der Komponente Zeit geht es schon um das Ziel. Und was ist das Ziel?

ZIEL - Mit Sicherheit kann man "Ich will hin und wieder Aktien kaufen!" nicht als Ziel bezeichnen. Je nach Anlegertyp könnte es folgendermaßen definiert sein:
PLAN - Um solch ein Ziel zu erreichen benötigt man einen guten Plan. Dieser muss zunächst nicht einmal schwer sein. Er beinhaltet Punkte wie:
HIRN - Und was soll nun das Hirn bedeuten? Es soll darauf hinweisen, dass der Plan zusätzlich ein ausgeklügelter und raffinierter Plan sein muss. Er sollte auch dann funktionieren, wenn es Probleme gibt! Zumindest sollten Eventualitäten angedacht und Lösungs- und / oder Handlungsmöglichkeiten vorbereitet sein, zum Beispiel:
KREATIVITÄT - Es scheint, als wäre schon alles gesagt! Aber dem ist nicht so, denn während ich auf mein Ziel zugehe, komme ich in Situationen, die ich nicht bedacht hatte. An diesem Punkt benötige ich Kreativität - schöpferische Kraft um weitere Optimierungen an meiner Strategie auszuarbeiten und umzusetzen. Ich habe diese Worte bewusst gewählt. Es geht nicht darum sich schnell etwas auszudenken, nein, es sollten durchdachte Vorgehensweisen erarbeitet werden, die danach in die Strategie mit eingebaut werden!

Was bleibt noch zu sagen?
Wenn Sie in Aktien anlegen, dann spekulieren Sie bitte mit einer Strategie. Fertige Aktien-Strategien gibt es wie Sand am Meer. Sie können eine übernehmen oder verschiedene Komponenten aus verschiedenen Strategien zusammenbauen. Eventuell haben Sie auch ganz eigene Ideen. "Basteln" Sie einfach drauf los - entwickeln Sie Ihre eigene Strategie und scheuen Sie sich nicht, diese auch wohlüberlegt zu optimieren. Und noch etwas: Gestalten Sie Ihre Strategie nicht zu kompliziert.

Ich weiß nicht - muss ich noch eine Begründung für diese Börsenregel abgeben?
Ja! - na gut, dann gebe ich diese:

Sie sollten deshalb nur mit einer Strategie spekulieren,
"weil an der Börse nicht geklingelt wird"!

Bei uns zu Hause wurde die Haustür nie abgeschlossen. Eine Klingel gab es erst recht nicht. Deshalb konnte es vorkommen, dass plötzlich irgendjemand mitten in der Stube stand.
So ist es auch an der Börse. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie sozusagen eine Klingel an Ihrem Depot befestigen. Die Börse wird nicht klingeln, weil an der Börse nicht geklingelt wird. Sie müssen schon selber dafür sorgen, dass Ihr Depot von unangenehmen Eindringlingen heimgesucht wird. Dazu dient eine Strategie. Sie wirkt von innen nach außen - sie ist die Firewall, der Spam- und Virenschutz Ihres Depots!

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03 November 2008

 

Börsenregel 8: "Greifen Sie nie in ein fallendes Messer!"

Der Trend will Ihr Freund sein!

Diese Börsenregel erinnert mich an ein dummes Spiel aus meiner Jugendzeit.

Damals flimmerten noch viele Western über die Mattscheibe. Faszinierend war immer, wenn Matt Dillon in "Rauchende Colts" schneller zog als irgendein berühmter Revolverheld. Breitbeinig standen sich beide gegenüber - die Sonne brannte vom Himmel herunter - ein Pflanzenknäuel wurde vom Wind über die Straße gerollt - die Menschen hatten sich in die Häuser verkrochen - beide hatten Schweißperlen auf der Stirn (der Böse mehr) und die Musik untermalte das ganze Szenario noch dementsprechend. Die Spannung stieg - die Colts wurden gezogen - der Böse fiel tot um - die Gerechtigkeit hatte gesiegt!

Wir kamen damals auf die dumme Idee, ein Messer in die Mitte des Tisches zu legen und in einem bestimmten Augenblick nach ihm zu greifen. So zogen wir den Colt! Bis - ja bis ein junger Mann nicht nach dem Griff des Messers fasste, sondern nach der Schneide. Sie können sich sicherlich gut vorstellen, was damals passierte. Glücklicherweise ging es aber nicht ganz so schlimm aus, wie wir zunächst vermuteten.

Ich denke, dass dieses Beispiel die möglichen Folgen der Nichtbeachtung der Börsenregel sehr deutlich macht. Wer in ein fallendes Messer greift, kann sehr leicht den Griff verfehlen und an der Schneide zupacken. Hinzu kommt noch, dass er automatisch fester als gewöhnlich danach greift und sich damit umso mehr verletzt.

Auf Aktien angewandt bedeutet dies:

Kaufe nie eine Aktie, deren Kurs stark fällt!

Vielleicht ist es Ihnen auch schon so ergangen. Sie beobachteten, wie eine Aktie fiel und fiel. Irgendwann stellte sich bei Ihnen das Gefühl ein - vielleicht weil sich der Kurs gerade etwas gefangen hatte -, dass eine Trendwende bevorstand. Und Sie vertrauten diesem Gefühl - und Sie schlugen mit einem netten Sümmchen zu. Innerlich stolz träumten Sie vom großen Reichtum, weil Sie den optimalen Kauf-Zeitpunkt erkannt hatten.

Es dauerte gar nicht lange, da platzte dieser Traum. Ihr Gefühl - oder der besondere Tipp, oder was auch immer - hatte Sie getäuscht. Die Aktie fiel weiter und weiter - Ihre Verluste wurden größer und größer ...

Lassen Sie uns auf das fallende Messer zurückkommen.
Irgendwann wird das Messer am Boden angelangen und dort stecken bleiben.
STOPP! Auch das ist nicht der richtige Kauf-Zeitpunkt! Theoretisch schon, aber was beim Messer klar zu erkennen ist - bei einer fallenden Aktie ist die Bestimmung dieses Zeitpunktes reine Glückssache!

OK - das Messer steckt also gerade in der Erde. Ich bücke mich und ziehe es heraus, um es wieder in die Schutzhülle zu stecken. Dieses Vorhaben ist nicht sofort ersichtlich. Ich könnte stattdessen auch noch ein wenig am Boden herumkratzen ...

Was will ich damit sagen?
So erzielen Sie Gewinne!
So vermeiden Sie Verluste!
Und so bewahrheitet sich zudem einmal mehr,
dass der Trend Ihr Freund ist!

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01 November 2008

 

Börsenregel 7: "Halten Sie sich an den Trend - er ist Ihr Freund!"

Trendy sein kann ganz schön teuer sein!

Es ist gut möglich, dass Sie gerade umdenken müssen!
Bisher haben Sie zum Trend eher ein zwiespältiges Verhältnis. Ja, er war und ist eigentlich Ihr Freund - in gewisser Weise Ihre "große Liebe"! Aber eben nur "eigentlich"! Diese Freundschaft ist nämlich gleichzeitig auch eine Feindschaft. Wenn er könnte, so würde Ihr Geldbeutel dem Trend den Krieg erklären. Aber das geht ja nicht! Also bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als weiterhin diese Hassliebe zu pflegen. Ja, Sie lieben es, trendy zu sein. Aber Sie hassen den überdurchschnittlich hohen Preis für diese Liebe. Die Freundschaft zum Modetrend muss teuer bezahlt werden!

Und warum sollte das bei Aktien anders sein? Warum sollte hierbei der Trend ein wirklicher Freund sein - eine echte Freundschaft beinhalten? Warum sollte Sie ausgerechnet diese Freundschaft nicht auch teuer zu stehen kommen?

Vielleicht denkt der eine oder andere Leser, dass die Trendfreundschaft so manches Mal auch ganz schön teuer sein kann. Dem stimme ich nicht zu. Meines Erachtens nach zeugt dieser Umstand von einer einseitigen Freundschaft. Lassen Sie mich das so erklären:
Der Trend ist also Ihr Freund - und Sie sind der Freund des Trends. So sieht normalerweise eine Freundschaft aus! Sie betrifft beide Seiten - sie beruht auf Gegenseitigkeit!

Damit es so bleibt, muss die Freundschaft aber gepflegt werden.
Der Trend kommt dieser Anforderung ganz automatisch nach. Tag für Tag liefert er seine Zahlen und buhlt um Ihre Gunst.
Aber wie ist es mit Ihrer Zuneigung? Kümmern Sie sich um den Trend? Pflegen Sie Ihre Freundschaft zu ihm?
Wenn Sie diese Frage mit "Nein" beantworten, dann kann Sie die "Freundschaft" zum Trend tatsächlich teuer zu stehen kommen!

Natürlich ist auf der anderen Seite auch klar, dass der Trend unberechenbar ist. Selbst wenn man seine Freundschaft zu ihm pflegt, kann er einen doch so manches Mal gewaltig überraschen. Wahrscheinlich will er damit nur seine Beziehung zu Ihnen etwas beleben! Und Hand aufs Herz: Teuer muss die Freundschaft dennoch nicht sein! Auch wenn Sie etwas Geld verlieren, so waren Sie doch schon längere Zeit beim Aufwärtstrend mit dabei und haben von daher mit Sicherheit Gewinne erzielt.

Wie ich das meine? Ein kleines Beispiel soll Ihnen das verdeutlichen:
  1. Nehmen wir einmal an, dass man im Nachhinein sagen kann, dass Aktie "XY" bei einem Kurs von 100 € einen Trendwechsel vollzog.
  2. Natürlich konnten Sie das damals nicht riechen. Sie hatten den Trend beobachtet und sich beim Kurs von 105 € gesagt, dass es bei dieser Aktie zum Trendwechsel gekommen ist und sie sich im Aufwärtstrend befindet.
  3. Daraufhin kauften Sie Aktien von "XY".
  4. Der Trend bestätigte sich weiterhin - die Aktie "XY" stieg über einen längeren Zeitraum auf - 107 - 110 - 113 - 116 - 121 - 125 - 130 €.
  5. Plötzlich hatte Ihr "Freund" von dieser Richtung genug und vollzog einen Trendwechsel nach unten. Im Nachhinein konnte man diesen beginnenden Abwärtstrend bei einem Kurs von 130 € festnageln.
  6. Sie hatten das erst bei einem Kurs von 125 € realisiert und die Aktien verkauft.
Hätten Sie die Zahlen vorher gewusst, so hätten Sie pro Aktie einen Gewinn von 30 € einstecken können. Aber ein solches Wissen ist Zufall oder reine Glückssache. Sie hatten bei 105 € gekauft und bei 125 € verkauft.

Ihr Gewinn pro Aktie belief sich also nicht auf 30 €, sondern auf "nur" 20 €! Dennoch war der Trend Ihr Freund, denn in seiner Freundschaft hatte er Ihnen zu einer saftigen Rendite verholfen!

Aber wie können Sie nun Ihre Freundschaft zum Trend pflegen?
Indem Sie sich um ihn kümmern - im Sinne von beobachten!

Vielleicht "predige" ich gerade über Ihre Köpfe hinweg. Deshalb möchte ich die grundlegenden Begriffe mit einfachen Worten erklären:
Wenn es nun darum geht, dass der Trend Ihr Freund ist, dann sollten Sie sich so verhalten, dass ein sich abzeichnender Aufwärtstrend dazu genutzt wird, Aktien zu kaufen. Und wenn ein Abwärtstrend erkennbar ist, sollten die Aktien schleunigst verkauft werden.

Nehmen Sie also die Witterung des Trends auf - kommen Sie ihm auf die Schliche - lassen Sie sich nicht von ihm an der Nase herumführen! Und beachten Sie vor allen Dingen die Begriffe "abzeichnen - erkennbar ist". Sie sollten nur auf Trends reagieren, die deutlich erkennbar sind!

Es gibt noch eine andere Börsenregel, die im Grunde genommen das Gleiche auf andere Art und Weise zum Ausdruck bringt. Sie lautet:

Gewinne laufen lassen - Verluste begrenzen!

Für Sie heißt dies:
Lassen Sie Ihre Gewinne im Aufwärtstrend laufen. Sobald sich aber ein Abwärtstrend abzeichnet, müssen Sie Ihre Verluste begrenzen, indem Sie sich von diesen Aktien trennen!

PS: Über Trends werde ich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher schreiben!

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28 Oktober 2008

 

Börsenregel 6: "Werden Sie nur dann Miteigentümer eines Unternehmens, wenn Sie es auch kennen!"

Was für den Hächsler gilt, ist bei Aktien Pflicht!

Nehmen wir einmal an, dass Sie gemeinschaftlich mit Ihrer Nachbarschaft einen Hächsler zur gemeinsamen Nutzung anschaffen möchten. Werden Sie da bei der Auswahl nicht ein Wörtchen mitreden wollen? Und werden Sie sich da nicht auch gründlich über die verschiedenen Produkte informieren? Und werden Sie nicht, wenn von den anderen ein Modell mit schlechten Tests oder wenig Leistung ausgewählt wurde, von einer Mitfinanzierung Abstand nehmen?

Da bin ich mir ganz sicher. Bestimmt werden Sie nicht sagen: "Macht nur - ich zahle!" Und ganz bestimmt werden Sie recherchieren, was es auf dem Markt für Geräte gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben. Eventuell fragen Sie auch in der Verwandtschaft nach. Auch nach Tests werden Sie suchen und eine Beratung im Fachhandel in Anspruch nehmen.

Und wenn dann Ihre lieben Nachbarn darauf bestehen einen Hächsler mit 230 Volt zu kaufen - Sie aber mehr Leistung möchten - tja, dann werden Sie wohl von einer Kosten-Beteiligung absehen.
Ihr Baumschnitt besteht eben nicht nur aus 2,5 cm Ästchen und Sie wollen mit dem Hächsler auch die Gartenabfälle kleinschnitzeln ...
Da hilft es nicht, wenn die anderen sagen, dass dies auch mit dem 230-Volt-Gerät möglich ist. Sie haben in einem "privaten Test" gelesen, dass es da Probleme geben könnte und zudem hat Ihnen Ihr Onkel gesagt, dass er sich nur noch für ein Starkstromgerät entscheiden würde!

Soviel zu Ihrem Hächsler, Rasenmähertraktor oder was auch immer.
Und die Moral von der Geschicht?
Nun - wenn Sie Miteigentümer an einem Unternehmen werden wollen, sollten Sie genauso vorgehen. Ordern Sie nur Aktien von solchen Unternehmen, die Sie auch kennen.

Sagen Sie nicht zu Ihrem Anlageberater: "Ich verlasse mich da ganz auf sie!", oder zu Ihrem Arbeitskollegen: "Hast Du nicht einen Tipp für mich?"

Nein, Sie sind auf dem besten Wege Miteigentümer eines Unternehmens zu werden. Da besteht für Sie Informationspflicht, nicht einfach kaufen, weil der Name so schön klingt - oder weil Sie ein Urvertrauen in diese Firma haben, ohne zu wissen, woher es rührt!

Nehmen Sie das Unternehmen unter die Lupe! Recherchieren Sie im Internet und schauen Sie sich auf verschiedenen Seiten
Erst dann sollten Sie kaufen. Und ob Sie's glauben oder nicht:

Es kann sehr gut sein, dass Sie sich schlussendlich doch noch für die Konkurrenz aus derselben Branche entscheiden!

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24 Oktober 2008

 

Börsenregel 5: "Verlieben Sie sich nicht zu sehr in Ihre Aktienpakete!"

Verpflichten Sie sich stattdessen zum Aktionärs-Zölibat!

Wir kennen das. In Filmen wird es immer wieder thematisiert. Die Frau seiner Träume will ihn nicht verletzen und sagt zu ihm: "Du - lass uns einfach nur Freunde sein!" Auf gar keinen Fall soll Liebe mit ins Spiel kommen.
Natürlich sagt er: "Klar, sehe ich genauso - mir geht es auch nur um Freundschaft!" In ihm schreit aber - fast schon hörbar - die Hoffnung nach mehr.
Unter diesen Bedingungen ist eine "nur Freundschaft" einfach nicht möglich!

Genauso wenig kann man wohl die meisten Menschen mit einer Verpflichtung zum Zölibat hinter dem Ofen hervorlocken. Dafür sind wir einfach nicht geschaffen - weder das Weiblein - und schon gar nicht das Männlein!

Freundschaft ist nicht genug - das Zölibat nicht erstrebenswert - bleibt also nur die Liebe?

Als Aktionäre mit attraktiven Aktien kann es uns genauso gehen. Alles läuft gut. Zwischen unseren Wertpapieren und uns besteht eine Art Freundschaft.
Zudem sind wir stolz auf unsere Auserwählten und plötzlich sind es unsere Lieblinge. Aus ihnen werden Geliebte. Ein Eheversprechen folgt. "Nein - niemals - wirklich niemals werde ich mich von Euch trennen!"
Zu diesem Zeitpunkt ist es längst um uns geschehen. Aus der rosaroten Brille wird eine dunkelrote. Hoffnungslos verfallen in Liebe bleibt die Keuschheit auf der Strecke. Beim Tanz über das glatte Börsenparkett sind wir unseren Schätzen schutzlos ausgeliefert.

Und ob Sie's glauben oder nicht - es ist wie bei der Liebe zwischen Mann und Frau. Sie macht blind. Sämtliche Anzeichen dafür, dass man vielleicht doch noch mal in sich gehen sollte - die Beziehung analysieren sollte - werden in den Wind geschlagen. Eine Trennung kommt nicht infrage!

Der tolle Aktien-Charakter outet sich bei Kurseinbrüchen als egozentrische Aktien-Verhaltensweise. Macht nichts, das liegt in der derzeitigen Krisensituation begründet. Das gibt sich wieder. Danach geht's wieder aufwärts. Die Treue ist derzeit das wichtigste Gebot - der Rest wird schön geredet.

Dabei wäre es gar nicht so schwer eine Trennung zu vollziehen. Niemandem muss man in die Augen schauen - kein Herz brechen - einfach nur verkaufen ...

Dies gilt auch im großen Stil. Wenn alle Werte eines Depots ihre Liebe aufkündigen. Warum sollte man sich dann wie ein Stalker benehmen? Das ist doch ätzend - das gehört sich doch nicht!

Hören Sie also auf Ihre Aktien, wenn sie sagen: "Lass uns einfach nur Freunde sein!"
Da fällt mir: Es gibt ja ein moderneres Wort für das, was ich sagen möchte - Lebensabschnittspartner!

Betrachten Sie Aktien als Lebensabschnittspartner. Wenn es nicht mehr geht, dann trennt man sich eben. Schön war die Zeit - aber nun ist sie vorbei - ein künftiges Schönreden gibt es nicht!

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21 Oktober 2008

 

Börsenregel 4: "Streuen Sie Ihr Risiko!"

Empfehlung oder Befehl?!

Ach - Sie meinen das hatten wir schon - letztes Mal beim "Markowitz"! Ja richtig! Meine Börsenregel Nr. 3 beinhaltet tatsächlich eine Risikostreuung - eine Risikostreuung in Anlehnung an die Portfoliotheorie des Nobelpreisträgers Harry M. Markowitz.

Und im Grunde genommen war da auch schon alles gesagt. Aber - nicht immer liegt in der Kürze die Würze. Ihnen könnte entgangen sein, dass ich "ein Markowitz ist nicht einfach eine lange Liste von Aktien" schrieb! Der Schwerpunkt von Regel 3 lag ja auch darin, dass Sie Ihr Risiko in verschiedene Kapitalanlageformen streuen sollten - Lebensversicherung(en) - Bundesschatzbrief(e) - Bausparvertrag (Bausparverträge) - ... - Aktien!

Ist es Ihnen aufgefallen? Haben Sie gemerkt, dass ich bei Aktien den Plural nicht in Klammern setzte? Das habe ich bewusst gemacht. Das ist der Inhalt von Regel 4! Streuen Sie Ihr Risiko in mehrere Aktienpakete! Nicht ein Aktienpaket - nicht zwei - nicht drei! Nein - mindestens vier sollten es sein - besser sechs - "höchstens" zehn!

"Ach ja - das ist schon die richtige Botschaft für Anfänger", sagen Sie vielleicht. "Ich bin aber ein fortgeschrittener Börsianer und zudem noch risikofreudig."

Soll ich Ihnen was sagen? Dann gilt Ihnen diese Regel erst recht!

OK! Einsteiger machen sehr oft den Fehler, dass sie Ihr Aktiendepot mit nur einem einzigen Aktienpaket "füllen". Irgendjemand hat ihnen ins Ohr geflüstert, dass die Aktien des Unternehmens XY ein todsicherer Tipp sind - der große Gewinn quasi auf der Straße liegt - und schwuppdiwupp landete ein Aktienpaket dieser AG im Depot. Dabei blieb es - eventuell kaufte man immer mal wieder einige dazu - natürlich nur Aktien dieses Unternehmens. Der große Gewinn hatte sich sowieso als "Ente" erwiesen ...

Ja - den ultimativen Aktientipp gibt es nach wie vor nicht und man kann wirklich froh und dankbar sein, wenn die Sache noch so gut ausgeht. Die Aktien der Firma XY könnten genauso gut eine Fehlspekulation gewesen sein. Dann ist das Geld futsch - Sie stinksauer - und möglicherweise sind Sie auch vom Aktionärsdasein für immer geheilt. Dabei waren Sie selber schuld. Sie hatten die Regel der Risikostreuung nicht beachtet! Kein seriöser Anlagenberater wird Ihnen die Empfehlung eines Ein-Aktienpaket-Depots geben - nicht einer!

Und was ist mit Ihnen - ich meine Sie - den fortgeschrittenen und risikofreudigen Spekulanten? Sie wollen doch Ihr Geld auch nicht verlieren?!
Gerade wenn Sie in hoch spekulative Werte investieren, sollten Sie Einige davon haben und den größeren Teil mit Blue-Chips besetzen! Sicher ist sicher!

Ach ja - da fällt mir gerade noch ein, dass es auch Börsianer gibt, die zwar die Risikostreuung beachten, aber dabei völlig falsch vorgehen! Das hört sich nun so an, als ob es ziemlich schwer ist, das Risiko zu streuen. Ist es aber nicht. Wir Menschen sind halt manchmal ein bisschen festgefahren - so auch hier.

Ein Beispiel: Sie sind ein Auto-"Fanatiker". Klar - in Ihrem Depot ist ein Aktienpaket einer Automobil AG. Und nun haben Sie eingesehen, dass Sie das Risiko streuen sollten. Was liegt also näher, als in weitere Aktienpakete Ihrer Automobilmarken-Favoriten zu investieren? Gedacht, getan - das Risiko ist so aber nicht gestreut!

Warum nicht? Weil Sie in nur eine Branche gestreut haben. Geht es genau dieser Branche als Ganzes schlecht, so geht es Ihrem ganzen Depotinhalt schlecht! Zurzeit ist dies ja bei einigen Branchen mehr als deutlich!

Wie sollen Sie dann Ihr Risiko streuen?
Die Antwort liegt wohl auf der Hand.

Kaufen Sie Aktienpakete unterschiedlicher Branchen und
eventuell auch unterschiedlicher Länder
(dabei aber das Währungsrisiko beachten!).

Zum Schluss noch ein paar Beispiel-Rechnungen - ausgehend von der gleichen Anlagesumme pro Aktienpaket:

Depot 1: Aktienpakt AB
Depot 2: Aktienpaket AB + Aktienpaket CD
Depot 3: Aktienpaket AB + Aktienpaket CD + Aktienpaket EF + Aktienpaket GH + Aktienpaket IJ + Aktienpaket KL

Gewinnrechnung: AB +30%, CD +20%, EF +20%, GH +30%, IJ +25%, KL +25%.

Verlustrechnung: AB -30%, CD +10%, EF +5%, GH -20%, IJ +25%, KL +20%.

Fazit:

Lieber das Risiko streuen und eventuell geringere Gewinne erzielen als ungestreut große Verluste einstecken!
Börsenregel Nr. 4 = wiederum keine Empfehlung sondern ein Befehl!

Fast hätte ich es vergessen:

Das Anlagekapital sollte dabei natürlich gleichmäßig auf die Aktienpakete verteilt sein!

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17 Oktober 2008

 

Börsenregel 3: "Investieren Sie Ihr Kapital nicht nur in Aktien!"

Oder: Eröffnen Sie ein "Markowitz"!

Der Nobelpreisträger Harry Max Markowitz entwickelte eine Anlagestrategie, die soweit möglich ernst genommen und auf Kapitalanlagen angewendet werden sollte. Folgende Punkte erachte ich dabei für besonders wichtig:
Wenn es Ihnen und mir gelingen sollte, diese Punkte in einer ausbalancierten Form auf unser Depot zu übertragen, dann wird uns die Portfoliotheorie von H. M. Markowitz zu einer optimal zusammengestellten Kapitalanlage verhelfen.

Was hat nun die Börsenregel mit Herrn Markowitz zu tun? Oder: Was soll denn ein "Markowitz" sein?
Ehrlich gesagt überlege ich schon eine ganze Weile, wie ich das besondere Depot nach Markowitz nennen soll. Mir fällt da einfach nichts ein. Und deshalb nenne ich das Ganze zu Ehren von Herrn Markowitz nicht Depot, sondern "Markowitz".

OK! Aber was ist nun das ganz Besondere des "Markowitz", auf das ich im Zusammenhang mit der Börsenregel zu sprechen kommen möchte?

Nun, ein "Markowitz" ist nicht einfach eine lange Liste von Aktien, die sich in meinem Depot befinden. Ein typisches "Markowitz" beinhaltet verschiedene Kapitalanlageformen - es ist die Summe aller Wertgegenstände.

Wenn ich Sie also ermutige, ein "Markowitz" zu eröffnen, dann möchte ich Ihnen damit nahelegen, Ihr Kapital nicht nur in Aktien anzulegen. Streuen Sie Ihr Kapital - streuen Sie Ihr Risiko auch auf diese Art und Weise - beachten Sie Ihre Planungen und Wünsche für die Zukunft - stellen Sie Ihr Depot ganz individuell auf sich ein. Das ist dann in etwa eine optimale Kapitalanlage!

Und was beinhaltet dann ein "Markowitz"?
Nicht nur Aktien, sondern eben auch andere Anlageformen. Am Besten stellen Sie vielleicht gleich Ihren derzeitigen "Markowitz" zusammen:
Ich höre schon Ihre Einwendungen: "Welcher Normalsterbliche kann sich denn ein "Markowitz" leisten? Ich wäre froh, wenn ich mir ein Aktienpaket zulegen könnte! Und überhaupt, warum sollte ich nicht diesen sicheren Aktien-Gewinn in voller Höhe mitnehmen? ..."

Sie haben recht. Für Otto Normalverdiener ist es fast unmöglich.
Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass ich Sie mit meiner Liste gar nicht so sehr entmutigt habe.

Viele Bundesbürger haben Lebensversicherungen und Bausparverträge. Und das Sparbuch und / oder das Tagesgeldkonto gehört ja auch dazu! Wichtig wäre dabei nur, dass Sie diese Anlagen als ein Ganzes betrachten und insofern dann auch die Summen in eine Ausgewogenheit bringen.

Das andere Argument ist schon schwerwiegender.
Tja - warum sollte man - wenn man schon nicht so viel Geld anlegen kann - den sicheren Gewinn durch diese Splittung verkleinern? Die Antwort kennen Sie bereits. Weil der Aktien-Gewinn nie so sicher ist, wie man sich das erträumt. Wenn Sie mit Verlust verkaufen müssen, dann werden andere Träume und Planungen zerplatzen!

Eines sollten Sie aber auf gar keinen Fall tun, nämlich nur in ein Aktienpaket anlegen (siehe Aussage weiter oben). Dann wäre nämlich das Risiko überhaupt nicht gestreut!

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07 Oktober 2008

 

Die Aufgabe von Börsenregeln

Börsenregeln sind die Gehhilfen der Aktionäre!

In meinen letzten zwei Posts bin ich jeweils auf eine Börsenregel zu sprechen gekommen. Sie erinnern sich - da war von
die Rede.

Na ja - beides sind Regeln, die im Moment sehr schwer zu interpretieren sind. Ist der derzeitige Trend wirklich noch ein Freund und kann man in dieser mehr als turbulenten Phase noch die Ruhe bewahren?

Im Fernsehen wurde von verschiedenen Seiten her dazu aufgefordert, aufgrund der Bankenkrise nicht die Sparkonten zu plündern. Das hätte fürchterliche Folgen. Davon bin ich überzeugt!
Genauso überzeugt bin ich aber auch davon, dass Panikverkäufe von Aktien auch nicht spurlos am Börsengeschehen vorbeigehen!

In der Presse wurde vergangene Woche von Warren Buffet berichtet. Er - als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt - rät zum Einstieg und ging mit gutem Beispiel voran. Sollen wir es ihm gleichtun? ...


In nächster Zeit möchte ich über weitere Börsenregeln / Anlageregeln schreiben und sie ein wenig kommentieren. Heute beginne ich allerdings damit, ein paar grundlegende Gedanken zu Börsenregeln zu äußern.

Man kann es nicht oft genug sagen. Ob beim Zusammenleben innerhalb der Familie, ob als Bevölkerung eines Staates, ob als Glieder in der Weltgemeinschaft - der Mensch, die Menschheit benötigt Regeln!

Natürlich gilt dies nicht nur für ein gesellschaftliches und völkisches Miteinander, sondern auch auf anderen Gebieten. Bauern haben ihre Berufs-Regeln - die Bauernregeln - für die Benutzung von verschiedenen öffentlichen Angeboten gibt es Regeln - oft als Ordnungen deklariert - in Bayern gibt es Weißwurst-Essens-Regeln - von der Bestellzahl über Weißbier, Brez'n, Senf und Sauerkraut - ...

Dabei muss man natürlich oft unterscheiden, ob diese Regeln nun Gesetze oder Empfehlungen darstellen. Gesetze sind oft Regeln ohne Ausnahme, die es "strengstens" zu befolgen gilt - Empfehlungen sollte man gründlich überdenken und eine Entscheidung treffen - normalerweise im Sinne der Regel, aber Ausnahmen können eine Regel auch bestätigen!

Und die Börsenregeln - was genau verbirgt sich hinter ihnen?
Wir Menschen sind in manchen Situation sonderbar gestrickt. Da hat man sich über Jahrzehnte eine Regel eingeprägt - hinter der man steht - die man für gut erachtet - die man auf alle Fälle befolgen möchte - die eigentlich ein persönliches Gesetz geworden ist - und plötzlich tritt eine Lebens-Situation ein, die einen diese Regel innerhalb weniger Stunden über den Haufen werfen lässt. Andere - und ich hoffe, dass diese die Mehrheit bilden, erfahren in solchen Lagen, dass ihre Regel ihnen hilft, die Situation gemäß der Regel zu meistern. Was wäre aber, wenn das Regelwerk nicht vorhanden gewesen wäre? Ich bin überzeugt, dass wir ohne Regeln viel schneller falsche Entscheidungen treffen.

Deshalb vergleiche ich Regeln sehr gerne mit "Gehhilfen". Auch - oder gerade - lebenserfahrene Menschen benötigen im täglichen Leben oft eine Gehhilfe. Gut - diese mag ihnen so manches Mal lästig sein, aber sicherlich überwiegt doch die Dankbarkeit, dass es so etwas überhaupt gibt. Der alternde Mensch bekommt damit eine Hilfe an die Hand, die er ganz bestimmt, insbesondere in schwierigen Situationen zu schätzen weiß.

Börsenregeln sind für mich die Gehhilfen auf dem ar...glatten Börsenparkett. Börsianer haben Gesetzmäßigkeiten, die sie beobachtet oder analysiert haben, in knappe Formeln gepackt. Dabei geht es nicht nur um Dinge, die jeder sieht, nein, sehr oft werden hier komplizierte und umfassende Zusammenhänge in einfache Worte gefasst.

Und wie sollten wir nun mit diesen Gehhilfen umgehen?
Fazit:
Die Börse werden wir mit diesen Regeln nicht in den Griff bekommen!
Eine Börsenweisheit sagt nämlich zu Recht: "Der Markt hat immer recht."

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03 Oktober 2008

 

Rettet die Kleinanleger!

Oder: Ich hat einen Kameraden. Einen bessren ...

Als ich noch ein Kind war, liebte ich es, wenn an Beerdigungen das Lied "Ich hat einen Kameraden, einen bessren findst du nicht ..." voller Emotionen vorgetragen wurde. Das klang immer so überzeugend. Es bewegte mich, dass hier Menschen darunter litten, einen wirklichen Freund verloren zu haben.

Als Kleinanleger habe ich den Eindruck, dass dieses Lied in den Börsen-Top-Ten seit Jahren Platz 1 einnimmt. Ein Kleinanleger-Kamerad nach dem anderen stirbt dahin - nicht wirklich - nein er / sie verlassen das Börsenparkett und wenden sich anderen Anlagemöglichkeiten zu. Den anderen wird immer mulmiger zumute und es ist nur eine Frage der Zeit bis auch sie ihren Aktien lebe wohl sagen. Irgendwann wird niemand mehr dem Kleinanleger den Begräbnis-Hit singen - die Gattung ist ausgestorben.

Ich möchte heute vier Gründe für diese Tendenz nennen:

Grund 1: Jugendliche haben keinen Bock auf Aktien!
In meinem Aktien-Buch habe ich schon darauf hingewiesen, dass niemand sich so leicht mit Aktien ein Vermögen ansparen kann wie Jugendliche. Aber - sie beißen nicht an. Sparen ist out - und Aktien kaufen erst recht! Zu dieser Haltung trägt sicherlich die Job-Unsicherheit einen gewaltigen Teil bei!
Eins meiner Kinder hatte schon in der Ausbildungszeit damit begonnen, Kapital anzusparen. Nach Abschluss der Lehre verlor es seinen Arbeitsplatz - das Ersparte war nun im Weg - genauer gesagt: Mein Kind wurde von Vater Staat fürs Sparen bestraft - das Geld musste weg! ...

Grund 2: Kleinanleger verlassen das sinkende Schiff!
Darüber habe ich schon gesprochen. Und ganz ehrlich - auch hier empfinde ich so, dass unsere Regierung mit der Abgeltungssteuer ihr Schärflein dazu beitragen wird. Die Spekulationsfrist wird abgeschafft - man will bei Gewinnen sofort mit verdienen.
Einen anderen Gedanken möchte ich noch ansprechen. Auch wenn ich nur Kleinanleger anspreche, so summieren sich doch viele Kleinlager zu Großanlegern. Und da ist es doch gar nicht so abwegig, wenn die abspringenden Kleinanleger selbst am Sinken des Schiffes nicht ganz unbeteiligt sind!
Meines Wissens nach muss ein Schiff einen gewissen Tiefgang haben. Ansonsten sinkt es. Dafür werden bei einer Fahrt ohne Ladung die Ballasttanks geflutet. Natürlich sind Kleinanleger kein Ballast - aber auch sie geben dem Börsengeschehen Tiefgang. Ohne diesen Tiefgang / die Aktionäre (auch die Kleinaktionäre) sinkt das Börsenschiff!

Grund 3: Neueinsteiger haben kein Interesse an Börsen-Schulung!
Ja - trotz allem - es gibt auch Interessierte, die ins "Aktien"-Geschäft einsteigen möchten. Das macht Hoffnung! Hört man sie aber reden, dann wird einem schnell bewusst, wohin die Reise geht. Gestern waren sie noch mit Sparbuchzinsen zufrieden - heute sind sie schon Börsen-Profis, die sich über sicherheitsbewusste Kleinanleger lustig machen, mit Börsen-Fremdwörtern um sich schmeißen und einzig in Wertpapiere mit dreistelligen Renditen investieren!
Das große Spiel darf also von vorne beginnen. Sie haben nichts, aber auch gar nichts aus der jüngsten Vergangenheit gelernt. Irgendwann platzt dann wieder die Blase - die Enttäuschung hat noch mehr Anhänger - eine Anlage in Aktien wird noch unwahrscheinlicher.
Warum setzen sich solche Leute nicht einfach einmal auf ihren Hosenboden und investieren ein wenig in die grundlegenden Dinge des Börsengeschehens? Stattdessen saugen sie nur die Botschaften der Experten mit den hochspekulativen Angeboten auf.
Da lobe ich mir ein älteres Ehepaar, das mit um Rat fragte. Beide knappe 60 Jahre alt wollen Sie noch in Aktien anlegen - aber vorher sich eingehend mit der Materie beschäftigen.
Es gibt so viele Aktien-Einsteiger-Ratgeber. Warum investiert man nicht einfach einmal ein bisschen Geld und schult sich, bevor man große Reden schwingt!

Grund 4: Regeln waren schon immer doof - Börsenregeln dann natürlich auch!
Es ist leider so. Regeln sind unbeliebt. Außerdem gibt es ja auch keine Regel ohne Ausnahme - also stehe ich wieder vor der Frage, was die Regel der Regel ist.
Nun - eine Regel besagt, dass man in turbulenten Phasen Ruhe bewahren soll! Die Ausnahme der Regel besagt für die meisten Anleger: Gerate in Panik und verkaufe!
Wohl gemerkt - so extrem ich auch formuliert habe - "Gerate in Panik und verkaufe!" ist die Ausnahme - nicht die Regel! Aber im Moment lautet die Ausnahme "Bewahre in turbulenten Phasen die Ruhe!"
Ehrlich gesagt geht es bei diesem Handeln überhaupt nicht um Regeln. Die Masse rennt dahin - aus Sicherheitsgründen folge ich, denn bei der Masse ist ein sicheres Zuhause. Wirklich?!
Es gibt sicherlich gute Gründe, die Ruhe nicht zu bewahren. Wenn ich zum Beispiel nur hochspekulative Aktien im Depot habe, dann darf ich ruhig nervös werden und zu retten versuchen, was noch zu retten ist!

Zum Schluss noch ein paar ganz persönliche Auf- und nicht Nachrufe:

Liebe Jugendliche! Bitte denkt - trotz aller Widrigkeiten im unsicheren Berufsleben - auch an Eure Altersvorsorge. Mit einem geringen Einsatzkapital lässt sich in 40 Jahren ein gewaltiges Sümmchen ansparen.

Liebe scheidende Kleinanleger! Lasst Euch nicht zur Panik verleiten. Mit unnötigen Verkäufen sägt Ihr - um nochmals ein anderes Bild zu verwenden - den Ast ab, auf dem Ihr sitzt!

Liebe Neueinsteiger! Belegt eine Börsen-Grundausbildung und absolviert eventuell noch eine Weiterbildung. Fallt um Himmels willen nicht auf die "ganz großen Gewinne" herein.

Liebe Kameraden! Im Leben geht es nicht ohne Regeln - auch nicht im Börsen-Leben. Haltet Euch an diese Hilfen. Definiert genau, welches die Regel und was die Ausnahme ist. Und falls Ihr Euch einmal für eine Ausnahme entscheidet, dann solltet Ihr gute Gründe dafür haben!

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30 September 2008

 

Aktien - Börsenregel zum Trend

Oder: "Der Trend ist Dein Freund!" - auch der Abwärtstrend?!

In meinem Briefkasten verirrt sich so manches Börsenbrief-Abonnementsangebot. Liest man die Headlines, so ergeben sich aus den Anlage-Prophetien die unterschiedlichsten Börsenstrategien. Da ist alles dabei
Und wissen Sie was?
Der Inhalt irgendeines Börsenbriefes - vielleicht sogar mehrerer Briefe - wird sich als absolute Wahrheit erweisen!

Warum erzähle ich Ihnen das?
In meinem Börsenlexikon gebe ich zum Trend den nicht ganz ernst gemeinten Rat, diesem doch ein wenig nachzuhelfen - einen Trendwechsel zu provozieren und behaupte mit einem Augenzwinkern, dass man durch kollektives Handeln eine Trendwende herbeiführen kann.
So manche in Börsen-Magazinen veröffentlichte Trend-Prophetie hat sich erfüllt, weil die Leser durch ihr Handeln dafür gesorgt haben!

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, die derzeitige Aktienmarkt-Situation zu nützen. Es wird ja schließlich wieder einen Seitwärts- und / oder Aufwärtstrend geben. Warum nicht die Zeit bis dahin nützen und die zukünftige Anlagestrategie neu überdenken?

Und da möchte ich heute einfach einmal ein wenig Werbung in eigener Sache machen. Ich habe nämlich auch ein Buch veröffentlicht ("Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener - 7 Schritte zur kapitalen Geldvermehrung"), nach dessen Lektüre Sie gelernt haben, selbstständig entscheiden zu können, welche Aktien Sie kaufen sollten. Dieses Werk
Einer meiner Leser, Herr Reimund Bertrams aus Bergkamen, schrieb:
"Wie immer Sie über dieses Thema denken: Bilden Sie sich kein Urteil, bevor Sie dieses einzigartige Buch gelesen haben! Verfasst von einem Kleinanleger für Kleinanleger, wird hier eine wirklich sichere und erprobte »Anlage-Strategie für jedermann« beschrieben. Alles leicht verständlich und problemlos nachvollziehbar. Endlich können auch Sie als Otto Normalverdiener ein Vermögen machen. Dieses Buch wird die beste Investition Ihres Lebens sein!"

Nutzen Sie die Zeit bis zu Ihrem nächsten persönlichen "Investitionstrend" mit der Lektüre dieses Werkes. Sie werden dadurch für Ihre Zukunft als Aktionär gut gewappnet sein!

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22 September 2008

 

Aktien - Die jährliche Aktiendepot-Erfolgsanalyse - Teil 3

oder: Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf!

»Fortsetzung von: Aktien - Die jährliche Aktiendepot-Erfolgsanalyse - Teil 2«

? 5 Gibt es eine Giganten-Ausweichbranche und lohnt es sich diese aufzunehmen?

Wenn "Ja": AG-Unternehmen dieser Branche auswählen und Aktienpaket kaufen!
Wenn "Nein": Bei der nächsten Depot-Erfolgsanalyse neu überdenken und ein Jahr lang mit einem Aktienpaket weniger das Risiko streuen!

Ich hoffe sehr, dass Ihnen diese Kurzanleitung verständlich und hilfreich ist. Es ist einfach wichtig, dass Sie sich jährlich ein Mal diese Mühe machen. Und - so schwer wie es sich beim ersten Mal liest, ist es gar nicht. Denken Sie sich in mein Frage-Antwort-System hinein und Sie werden in wenigen Stunden diese Analyse hinter sich gebracht haben - einschließlich der Umsetzungen Ihrer Entscheidungen. Vergessen Sie diesen Punkt bitte nicht!

In meinem Buch "Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener" gehe ich auf all diese Dinge sehr detailliert ein. Es ist besonders geeignet für Menschen, denen das ganze Börsengeschehen ein Buch mit sieben Siegeln ist und die sich selbst als Einsteiger oder Anfänger bezeichnen würden. Fortgeschrittene und Profis werden darin nur einzelne Perlen finden, die sie weiter ausbauen können.

Thomas Roth, Dipl.-Ing. (FH) aus Dettenheim, schreibt:
Dieses Buch ist für Leute ohne wirkliche Börsenvorkenntnisse sehr zu empfehlen.

Hat man das Buch gelesen, ist man gut gerüstet für den alltäglichen Wahnsinn am Kapitalmarkt. Das Buch zeichnet sich durch seinen sehr logischen und gut nachvollziehbaren Aufbau, seine verständliche Schreibweise und das umfassende Beilagenwerk aus. Das Buch setzt keinerlei Vorwissen voraus, sodass es für Einsteiger genau richtig ist. Es ist ein Buch für Einsteiger, die selbst am Kapitalmarkt aktiv werden, und mit diesem Buch sicher auch ein paar Prozentpunkte besser als der Markt abschneiden wollen, und sicher auch werden.

Ich kann dieses Einsteigerbuch nur jedem empfehlen. Vor allem die vorgestellte Strategie zur Risikominimierung scheint mir in den heutigen turbulenten Börsenzeiten sehr fundiert und gut aufbereitet zu sein. Weiterhin vermittelt das Buch eine vollständige Strategie zum Thema Geldanlage in Aktien und nicht nur einzelne Ausschnitte, ohne dabei den Leser mit zu viel Informationen zu überladen.

Ich würde das Buch jederzeit wieder kaufen. Dieses Buch ist ein gutes Standardwerk für jeden, der die Funktionsweise der Börse in der Grundstruktur verstehen will. Ich bin überzeugt, dass eigentlich jedes Kind dieses Buch zur Kommunion oder Konfirmation oder zumindest beim Berufseinstieg geschenkt bekommen sollte, damit auch die immer wichtiger werdende eigene Altersversorgung mit einem praktischen Ratgeber gewährleistet ist.

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19 September 2008

 

Aktien - Die jährliche Aktiendepot-Erfolgsanalyse - Teil 2

oder: Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf!

»Fortsetzung von: Aktien - Die jährliche Aktiendepot-Erfolgsanalyse - Teil 1«

Wie sich Ihre Werte entwickelt haben, finden Sie bestimmt heraus. - Was Sie mit diesen Ergebnissen machen, das ist eine ganz andere Sache. Versuchen Sie es mit folgenden Entscheidungshilfe-Fragen (Gehen Sie jedes Aktienpaket einzeln mit diesen Fragen durch!):

? 1 Kann ich bezüglich dieses Aktienpaketes meine Vorjahresentscheidung beibehalten?

Wenn "Ja": Herrlich - ich brauche nichts zu tun - wieder ein Jahr Pause!
Wenn "Nein": weiter ab Frage 3!
Wenn "Nicht sicher": weiter mit Frage 2!

? 2 Muss / Sollte ich wirklich verkaufen, oder sollte ich mich angesichts der geringen Branchen-Gewinnunterschiede und erneuter Verkaufs- und Kauf-Gebühren zufriedengeben?

Wenn "Zufrieden geben": Noch einmal davon gekommen - Beine hochlegen!
Wenn "Verkaufen": weiter mit Frage 3!

? 3 Verkaufe ich das eine Aktienpaket der Branche und kaufe ich ein anderes Paket derselben Branche?

Wenn "Ja": Puh - arbeitsmäßig ist das gerade noch im Rahmen!
Wenn "Nicht sicher": weiter mit Frage 4!

? 4 Muss / Sollte ich in dieser Branche wegen einem generellen Abwärtstrend aussetzen?

Wenn "Ja": Verkaufen Sie das Aktienpaket und setzen Sie in dieser Branche aus!
Weiter mit Frage 5!

»Fortsetzung folgt«

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17 September 2008

 

Aktien - Die jährliche Aktiendepot-Erfolgsanalyse - Teil 1

oder: Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf !

Klingt das nicht verlockend? "Jährlich" - "im Schlaf"? Schön wär's doch, oder?

Ich praktiziere es genau so! Einmal im Jahr überprüfe ich die in meinem Buch - Sie haben ja bereits davon gehört - vorgestellte Strategie und lasse mich den Rest der Tage nicht aus der Ruhe bringen!

"Aber wieso überhaupt prüfen", werden Sie mich fragen? "Sie haben doch in diesem Blog zuverlässige Tipps zu einer "sicheren" Anlage in Aktien weiter gegeben!"

Was soll ich dazu sagen? Sie haben recht! Wieso eigentlich?

Nun, ich denke, dass in den vorausgegangenen Posts die Antwort schon gegeben wurde. Auch Giganten-Aktienunternehmen haben schlechte Tage. Und wenn diese Tage zu Jahren werden, dann muss man sich auch einmal von ihrem Dasein im Depot trennen - sie durch andere ersetzen - oder in dieser Branche für längere Zeit aussetzen - oder vielleicht in eine ganz andere Branche einsteigen.

Sie merken, dieser Punkt ist wiederum ziemlich komplex. Ich werde da nur an der Oberfläche kratzen. An anderer Stelle - Sie wissen schon wo - habe ich die Sache ausführlicher behandelt. Aber nichtsdestotrotz, Sie können auch ohne jene Informationen, allein mit den Hinweisen hier, zum Ziel kommen. Sie müssen sich eben mehr hineindenken - und das macht auch Spaß!

Also: Wie sieht nun solch eine Aktiendepot-Erfolgsanalyse aus und wie gehe ich dann weiter vor?

Zunächst einmal die erfreuliche Seite. Der Begriff "Aktiendepot-Erfolgsanalyse" hört sich nach einer sehr zeitaufwendigen Sache an - ist es aber nicht. In ein paar Stunden haben Sie alles hinter sich gebracht!

Ich gehe davon aus, dass Sie auch ab und zu prüfen, wie sich Ihre Werte entwickelt haben. Wie Sie das tun - keine Ahnung - es gibt da mehrere Wege. Ich persönlich schaue mir hierzu hauptsächlich die 1-Jahresperformance an. Aber auch die Dividendenrendite und das Kurs-Gewinn-Verhältnis sind für mich wichtige Werte.

»Fortsetzung folgt«

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15 September 2008

 

Aktien - Zeitplan - Teil 2

oder: Handeln Sie gemäß: Eile mit Weile!

»Fortsetzung von "Aktien - Zeitplan - Teil 1"
Dazu möchte ich Ihnen einen Tabelle aufzeichnen. Sie stammt aus meinem Buch Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener"(Im Buch selbst ist die Tabelle umfassender). Schauen Sie nun selbst, was bei einer "Eile mit Weile"-Strategie in ... Jahren herauskommen kann!



Beim Anblick dieser Zahlen kommt mir stets in den Sinn, dass Jugendliche sich auf diese Art und Weise sehr leicht fürs Alter ein Vermögen ansparen könnten. Leider tun sich aber gerade junge Leute sehr schwer, so weit in ihre Zukunft zu schauen und etwas Geld auf die Seite zu legen!

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12 September 2008

 

Aktien - Zeitplan - Teil 1

oder: Handeln Sie gemäß: Eile mit Weile!

Haben Sie's eilig reich zu werden – ich auch! Schließlich habe ich ziemlich lange gebraucht, bis ich meine Strategie aus dem Klotz der vielen Profi-Empfehlungen herausgearbeitet hatte. Und die ganze Börsensache ist schon ein recht astiges Stück Holz – Ast an Ast – sehr schwer zu bearbeiten!

Eine Regel besagt, dass man Aktien mindestens 1 Jahr ab Kaufdatum halten sollte - besser wären allerdings 3 Jahre - noch besser 5 Jahre - und noch viel besser ... Jahre!

Eine weitere Regel beinhaltet, dass Sie das Aktien-Geld kurzfristig nicht anderswo benötigen dürfen. Wenn Sie Ihre Aktien gerade dann verkaufen müssen, wenn die Kurse im Keller sind, machen Sie ein Verlustgeschäft. Die Erfahrung lehrt zwar, dass sich selbst Mini-Crash-Aktienkurse von Standardwerten üblicherweise nach etwa 2 Jahren erholt haben, aber was nutzt Ihnen das, wenn Sie nicht so lange warten können?

Es liegt auf der Hand. Eine kapitale Geldvermehrung braucht natürlich Zeit. Wer innerhalb eines Jahres reich werden will, muss hochspekulative Aktien kaufen und benötigt viel Glück. Diese Strategie verfolge ich in diesem Report aber nicht. Reich werden sollen Sie durchaus - nur nicht auf der Basis von Glück, sondern auf dem Fundament einer gut funktionierenden Strategie.

Ich möchte vorgreifen und schon mal ein Detail "meiner" Strategie kurz erläutern. Jährlich sollen sie nämlich eine Kontrollanalyse Ihres Depots durchführen. Dabei sollen Sie prüfen, welche Werte gut im Rennen liegen und mit welchem Wert es nicht so gut gelaufen ist. Die "Guten" bleiben dann im Töpfchen und der "Schlechte" wird durch einen Besseren ersetzt. Davon aber später mehr!

Durch diese Vorgehensweise legt man sich automatisch darauf fest, sich für mindestens ein Jahr von seinem Geld zu trennen. Was aber, wenn Sie von vornherein einen viel größeren Zeitraum im Auge haben?

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10 September 2008

 

Risikostreuung Nr. II - Teil 2

oder: Bestimmen Sie, welche Firmenbranchen in der Vergangenheit "überlebenswichtig" waren und welche wohl auch in Zukunft "überlebenswichtig" sein werden?

Mischen wir die Karten neu!

- Laut Risikostreuung I wählen wir zwischen 4 - 6 Blue Chips für unser Depot.
- Dann war da in Risikostreuung II (Teil 1) von "Branchen" die Rede - genauer gesagt - von "überlebenswichtigen" Branchen.

Im Grunde genommen hat unser fiktiver Fall nur ein "n" übersehen. Es war nicht von einer überlebenswichtigen Branche die Rede (Singular) sondern von Branche"n" (Plural).

Wenn Sie die KFZ-Branche für eine überlebenswichtige Branche halten, dann sollten Sie gemäß weiterer Regeln, auf die ich in diesem kurzen Report nicht weiter eingehen kann, aus dieser Branche nur einen einzigen Wert auswählen (den Besten - und gleichzeitig auch den Billigsten - siehe: Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener).

Die restlichen Aktien stammen wiederum aus anderen Branchen - und auch dort immer von den besten Giganten. Am Schluss haben Sie dann Ihr Depot mit 4 - 6 Blue Chips aus 4 - 6 Branchen bestückt. Damit lassen sich Gewinne erzielen - mit dieser Strategie können Sie kapitale Renditen erwirtschaften!

Einer der Leser - Herr Ludwig Reger aus Geisthal - von "Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener" schrieb zur darin etwas ausführlicher enthaltenen Risikostreuung:

"Das Buch hebt sich von den vielen am Markt befindlichen Büchern durch die sehr praktischen und anschaulichen Erklärungen deutlich ab. Sehr gut gelungen finde ich auch die Strategie zur Risikominimierung, gerade hier gibt es anderweitig oft unseriöse Hilfen."

Worauf warten Sie noch - übertragen Sie beide Risikostreuungen auf Ihr Aktien-Depot - für diese Tipps werden Sie mir ewig dankbar sein!

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08 September 2008

 

Risikostreuung Nr. II - Teil 1

oder: Bestimmen Sie, welche Firmenbranchen in der Vergangenheit "überlebenswichtig" waren und welche wohl auch in Zukunft "überlebenswichtig" sein werden?

Entschuldigung - ich bin mit der Tür ins Haus gefallen - habe über Risikostreuung geschrieben ohne den Begriff ausreichend zu erklären. Das will ich hiermit gleich nachholen und zwar ein weiteres mal mit einem Auszug aus meinem schon mehrfach erwähnten Aktienbuch. Dort habe ich geschrieben:

"Der Begriff »Risiko« wird im Zusammenhang mit Geldanlagen zweifach verwendet. Zum einen verbindet man damit das Risiko eines Kapitalverlustes / Totalverlustes, zum anderen jedoch das Schwankungsrisiko von Geldanlagen - in unserem Falle das Schwankungsrisiko von Aktienkursen.

Obwohl in unserer Betrachtung eher vom Schwankungsrisiko die Rede sein sollte, möchte ich doch den Begriff »Verlust« mit einbringen. Es ist nämlich sehr wohl möglich, mit einem oder mehreren Blue Chips das Risiko eines Verlustes von Kapital einzugehen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass dieses Risiko gestreut wird - dass es also auf mehrere Werte verteilt wird."

So weit, so gut! Im letzten Post sprach ich deshalb von 4 - 6 Werten in Ihrem Depot. Aber das ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn man kann auch hierbei kapitale Fehler begehen!

Nehmen wir einmal an, Sie sind ein richtiger Schumi-Fan gewesen. Natürlich heißt dies gleichzeitig, dass Sie ein Auto-Freak par Exelance sind - und deshalb bestücken Sie Ihr Depot getreu einer Super-Risikostreuung mit KFZ-Blue Chips Aktien. Es ist kein Problem aus der KFZ-Branche 5 Werte herauszusortieren!

Damit haben Sie doch alles richtig gemacht - oder etwa doch nicht?

Ihr Depot hätte fünf Werte enthalten - das Risiko wäre also auf fünf Unternehmen gestreut gewesen.

Wäre es wirklich klug verteilt gewesen? Ganz bestimmt nicht! Ihre Verliebtheit in Automobile gepaart mit Einfallslosigkeit in puncto wahrer Risikostreuung hätten Sie nicht nur im Jahre 2002 ein sattes Minus einfahren lassen!

Aber Sie hatten doch alles richtig gemacht? Sie hatten sich für fünf Blue Chips entschieden - das Risiko war dadurch gestreut – oder etwa nicht?

Wie schon angedeutet »JA« und »NEIN«! Auch wenn Sie 5 Giganten AGs ausgewählt haben, so heißt dies noch lange nicht, dass die Kurse bei allen Standardwerten immer nur steigen. Man muss ein wenig intelligenter an diese Geschichte herangehen!

Puhh - ein Glück habe ich nicht von Ihnen gesprochen. "Sie" war in diesem Fall irgendwer - nur nicht Sie! Noch einmal davon gekommen! Aber wo liegt nun der Fehler? Was genau beinhaltet nun die Risikostreuung Numero II?

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05 September 2008

 

Risikostreuung Nr. I

oder: Handeln Sie entgegen der Devise: Weniger ist mehr!

Was meine ich damit? Nun, ich kenne genügend Klein-Aktionäre, die Ihr Depot nur mit Aktien einer einzigen Aktiengesellschaft auffüllen. Das reicht - das ist genug - die Firma ist gut - wird schon schief gehen! Wenn es dieser Firma schlecht geht - wenn sie gar den Bach runter gehen sollte - dann gehen diese Leute mit - getreu dem Motto: Bis in den Tod!

Und selbst bei einem freundlichen Hinweis darauf, dass dies eine recht gefährliche Strategie sein könnte, lassen sich diese Leute nicht aus der Ruhe bringen. Warum sollten sie Ihre derzeitigen satten Gewinne mit einer weniger gewinnträchtigen AG teilen. Schließlich ergibt ja ein Gewinn von 30 % plus einem Gewinn von 20 % nur einen Durchschnittsgewinn von 25 % (bei gleicher Anlagesumme) - also 5 % Verlust!

Die Rechnung stimmt! Aber auch diese ist richtig! Gesetzt den Fall, dass die Superfirma Probleme bekommt und nur einen Gewinn von 5 % einfährt, die Risikostreuungsfirma aber immer noch mit 25 % dabei ist. Das wäre dann doch immer noch ein Durchschnittsgewinn von 15 % - also 10 % PLUS! Dabei hat die Lieblingsfirma in dieser Situation immer noch Gewinn gemacht – sie war noch nicht einmal im Minusbereich!

Nein - weniger ist in diesem Falle ganz und gar nicht mehr! Ich empfehle Ihnen, Ihr Aktiendepot mit mindestens 4 Werten zu bestücken. Besser fände ich Aktien von 6 verschiedenen Aktiengesellschaften. Sie werden dabei wieder ruhiger schlafen - und darauf kommt es uns doch an - oder?

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03 September 2008

 

Aktien - Gigantenwahl Teil 2

oder: Lassen Sie die Finger von den "Hot Chili Chips" - wählen Sie stattdessen die weniger bekannten "Blue Chips"!

Und wie werden Sie nun Herr der Lage? Glauben Sie mir - es ist gar nicht so schwer.

Sie und ich möchten unser Geld so in Aktien anlegen, dass wir ohne überhöhtes Risiko gute Gewinne erzielen. Dies ist nicht mit allen Werten möglich. Logischerweise können dieses Kriterium eigentlich nur Unternehmen erfüllen, die einen sehr hohen Börsenwert aufweisen. Dieser drückt sich in der so genannten Marktkapitalisierung aus.

In meinem bereits erwähnten Buch: "Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener" (mehr Infos unter: www.Aktie-zeichnen.de) habe ich Marktkapitalisierung folgendermaßen definiert:


"Aktiengesellschaften mit einer sehr großen Marktkapitalisierung werden von der Börse am stärksten gewichtet. Solche Unternehmen sind "starke" Aktiengesellschaften. Häufig werden sie zwar als "unbewegliche" Giganten angesehen - aber sie stehen nicht umsonst ganz oben."


Und? Haben solche Aktien einen bestimmten Namen oder Titel?

Ja - natürlich - das haben sie. Sie werden als Standardwerte - Standardaktien - und / oder Blue Chips bezeichnet. Das sind Aktien mit einer großen Marktkapitalisierung. Im Folgenden werde ich nur noch den Begriff Blue Chips verwenden. Mit Blue Chips lassen sich erfahrungsgemäß ohne überhöhtes Risiko gute bis sehr gute Gewinne erzielen. Sie sind es auch, deren Kurs sich nach einem Mini-Crash üblicherweise binnen zwei Jahren erholt hat.

Und noch einen großen Vorteil haben diese Blue Chips! Normalerweise sollte man nämlich Aktien immer mit einem "Stop Buy" kaufen und einem "Stop Loss" verkaufen. Ich kaufe aber immer nur "Billigst" und verkaufe "Bestens" - auch wenn dies normalerweise ein Risiko in sich birgt.


Natürlich kann ich dies nun nicht in diesem Report ganz ausführen (mehr dazu im Aktien-Buch), aber das Wichtigste dazu schreibe ich Ihnen hier schon nieder:

Aktien werden entweder breit oder weniger breit gehandelt. Beim so genannten breiten Markt werden tagtäglich mehrere tausend Aktien derselben Aktiengesellschaft gehandelt. Dadurch kommt es in der Regel zu keinen starken Kursschwankungen. Beim weniger breiten Handel werden viel weniger Aktien derselben Aktiengesellschaft gehandelt. Dadurch kommt es zu starken Kursschwankungen.

Und nun dürfen Sie raten! Zu welchem Markt gehören wohl unsere Blue Chips? Richtig: Da Blue Chips-Aktiengesellschaften sehr große AGs sind, gehören sie zum breiten Markt, bei dem es normalerweise nicht zu großen Kursschwankungen kommt!

Ich kann Ihnen also nur raten: Probieren Sie die gigantischen Blue Chips. Die sind nicht so schlecht, wie sie oft gemacht werden! Mit ihnen lassen sich ganz entspannt kapitale Gewinne erzielen!

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31 August 2008

 

Aktien - Gigantenwahl - Teil 1

oder: Lassen Sie die Finger von den "Hot Chili Chips" - wählen Sie stattdessen die weniger bekannten "Blue Chips"!

Bekanntlich gibt es ja sehr viele verschiedene Aktien und Aktientypen. Es gibt Stammaktien und Vorzugsaktien; Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien. Außerdem ist von Blue Chips, Mid Caps und Small Caps die Rede. Sie können Aktien aus verschiedenen Indizes - Kurs-Indizes und Performance-Indizes - aus dem AEX, DAX, TecDAX, MDAX, FTSE, KFX, Dow Jones, CAC-40, ATX, Nikkei, EuroStoxx50, S&P 500, Nasdaq ... wählen.

Diese Liste mit ihren unverständlichen Namen - ich sehe an dieser Stelle von einer Erklärung aller Begriffe ab - ließe sich endlos fortsetzen. Leider bringt sie uns nicht weiter. Bis wir sie alle erklärt und auch verstanden haben, sind uns die Gewinn bringenden Aktienkurse längst davongelaufen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sowohl die große Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien, als auch die Vielfalt der Begriffe und ihrer Abkürzungen zu einer Aktienkauf-Resignation führen. Wie soll denn ein normaler Mensch aus diesem Meer einige wenige Werte herausfischen?

Soll er etwa wie Ola Dartpfeile werfen?
Was - Sie kennen diese Geschichte nicht?

Also: Die schwedische Zeitung "Expressen" veranstaltete 1993 einen Prognosetest. Innerhalb eines Monats sollten zwei Analystengruppen mit 10.000 schwedischen Kronen so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften. Analystengruppe 1 bestand aus fünf erfahrenen und bekannten Profis, die ihre Aktien mit aufwendigen Recherchen auswählten. Analystengruppe 2 bestand aus Ola, einer dreijährigen Schimpansin, die ihre Auswahl mit Dartpfeilen traf. Diese warf sie an eine mit Firmenlogos von Aktiengesellschaften gespickte Wand. Was soll ich sagen? Ola gewann!

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27 August 2008

 

Aktien - Währungsrisiko

Trotz allem: Bleiben Sie dem Teuro treu!

Wer hätte das gedacht? Viele Menschen der europäischen Bevölkerung wünschen sich Ihre alte Währung zurück. Meine deutschen Leserinnen und Leser höre ich sagen: „Ach - was waren das noch für Zeiten, als man in DM zahlen konnte. Da kostete alles nur die Hälfte dessen, was es heute kostet! Der Euro ist zum Teuro geworden!“

Da ist was dran - da ist sogar sehr viel dran! Und genauso ist auch das Argument, dass man aufgrund von geschicktem Ausnutzen von Währungsschwankungen an der Börse sehr viel Geld verdienen kann, nicht von der Hand zu weisen.

Aber zu welchem Preis? Und: Mit welchem Risiko?

Nun, der Preis liegt auf der Hand. Man muss am Ball bleiben - immer Up-to-Date sein - sprich: Man muss sehr viel Zeit investieren und kann trotzdem auf der Verliererseite landen! Die ausländische Währung muss nämlich dem Euro gegenüber stabil bleiben, um Gewinne zu erzielen - womit wir schon beim Risiko angelangt wären!

In meinem Buch: "Aktien - Vermögen für Otto Normalverdiener" (mehr Infos unter: http://www.aktie-zeichnen.de/) habe ich das so genannte Währungsrisiko folgendermaßen definiert:

Unter Währungsrisiko versteht man das Risiko, das bei einer Anlage in eine ausländische Währung durch Wechselkurseinbußen entsteht. Bleibt die ausländische Währung gegenüber dem Euro stabil, bleibt die Rendite ein Gewinn. Erhärtet sich die ausländische Währung gegenüber dem Euro, so vergrößert sich die Rendite. Verliert die ausländische Währung gegenüber dem Euro, so wird die Rendite verringert werden oder sogar in einen Verlust übergehen.
Bei manchen Wertpapieren ist das Währungsrisiko ausgeschaltet. Diese werden Quanto genannt.

Damit ist doch eigentlich schon alles gesagt - außer: Sie gehen dieses Risiko auch dann ein, wenn Sie diese ausländischen Aktien an einer inländischen Börse kaufen!

Also, wenn für Sie ein entspanntes Aktionärsdasein ein lohnendes Ziel ist, dann bleiben Sie ausnahmsweise dem Teuro treu - glauben Sie mir - es macht sich bezahlt!

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