13 Januar 2009

 

Börsenstrategie-Element Teil 4: Die Beachtung der Advance-Decline-Line / ADL!

Der Vergleich von Allen mit Wenigen!

Aktionäre möchten mit ihren Aktien Gewinne erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen sie die verschiedensten Strategien ein. Eine Hauptrolle spielt dabei wohl die Beachtung des Trends.

Könnte ich eine Trendwende hin zum Aufwärtstrend genau bestimmen, dann würde ich darüber wohl sehr glücklich sein - gelinde ausgedrückt!
Wäre es mir zudem noch möglich die Trendwende hin zum Abwärtstrend genau vorauszusehen, dann würde ich wohl zu den reichsten Männern der Erde zählen!
Wer den Trend bestimmen kann, der kann aus wenig Geld großes Kapital anhäufen. Er wüsste, wann er einsteigen muss und könnte rechtzeitig das Börsengeschehen wieder verlassen!

Aber das ist eben alles einfacher gesagt als getan. Der Trend ist tückisch - heimtückisch -, belügt uns nach Strich und Faden, führt uns an der Nase herum und treibt sein böses Spiel mit uns. Diese Aussagen dürften deutlich machen, wie schwer er "unter Kontrolle" zu halten ist!

Kein Wunder also, dass viele Analysten sich mit der Bestimmung des Trends beschäftigen!

Die Advance-Decline-Line - eine Hilfe bei der Trendanalyse!
Heute möchte ich Ihnen ein kleines Trendbestimmungs-"Tool" vorstellen. Es hilft Ihnen, die Trendbewegung Aller mit der Bewegung der Wenigen zu vergleichen. Die Rede ist von der Advance-Decline-Line.

Advance-Decline-Line - Was ist das?
Man könnte die Advance-Decline-Line auch die Fortschritts- und Rückschrittslinie des gesamten Aktienmarktes nennen - sozusagen ein Linienchart aller Aktiengesellschaften.

Und wie wird diese Linie gebildet?
Nun, das ist eigentlich ganz einfach. Täglich steigt eine gewisse Anzahl von Aktien, andere fallen und der Rest bleibt unverändert.
Um die Advance-Decline-Line zu bestimmen, zieht man die Aktien mit Kurverlusten von denen mit Kurssteigerungen ab. Das Ergebnis nennt man die Advance-Decline-Zahl, die sowohl positiv als auch negativ sein kann. Eine positive AD-Zahl wird zum Vortagesstand addiert, eine Negative abgezogen.

Wie kann man diese Linie für die Trendbestimmung einsetzen?
Nehmen wir einmal an, dass Sie mit Ihren Depotwerten einen Index nachzeichnen. Im DAX sind zum Beispiel 30 große Aktiengesellschaften zusammengefasst. Gegenüber der Anzahl der Aktiengesellschaften des Gesamtmarktes ist das eine Minderheit. Ihr Chart sagt über die breite Marktbewegung möglicherweise gar nichts aus!

Und hier kommt die Advance-Decline-Line ins Spiel. Sie liefert die Aussage der "Vielen" und lässt sich mit Ihrem Index vergleichen. Dabei könnte zum Beispiel herauskommen, dass Ihr Index noch einen Aufwärtstrend anzeigt, während die Mehrzahl der Aktien schon Kursverluste verzeichnet.

Und wie wertet man diesen Vergleich aus?
Auch das ist nicht weiter schwer! Solange Ihr Index und die AD-Linie denselben Weg gehen, wird der Trend bestätigt. Kritisch wird es dann, wenn die Linien voneinander abweichen. Das könnte ein frühes Anzeichen - ein Warnsignal - für eine Trendwende sein!

Und wo kann ich meinen Index mit der Advance-Decline-Line vergleichen?
Öffnen Sie hierzu http://bigcharts.marketwatch.com/.
Geben Sie in der Suche Ihren Index ein und betätigen Sie den Button "Advanced Chart".
In der linken Spalte finden Sie den Button "indicators" - klicken Sie in an.
Wählen Sie danach unter "upper indicators" "A/D Line" aus und betätigen Sie anschließend den "Draw Chart" Button.
Eventuell sollten Sie noch den "chart style" anpassen!

Probieren Sie es aus - machen Sie Ihre Erfahrungen - Viel Erfolg!

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22 Dezember 2008

 

Börsenstrategie-Element Teil 3: Jahresendrally-Zyklus!

Weihnachtsgeld und Prophetien!

Im Grunde genommen müsste ich nun etwas ausführlicher über Zyklen schreiben. Aber ehrlich gesagt benutze ich diesen Begriff heute nur als Sprungbrett für etwas anderes.

Dennoch - ein paar Gedanken zum Börsenstrategie-Element Nr. 3 möchte ich trotzdem weiter geben. Sie wissen ja - unter Zyklen versteht man zum Beispiel regelmäßig wiederkehrende Aktienkurs-Schwankungen nach oben und unten.

Wenn man von der Jahresendrally spricht, ist von starken Kursanstiegen nach oben die Rede. Dieses Phänomen kann man zwischen Mitte Oktober bis Anfang Januar ziemlich regelmäßig beobachten und hängt wohl damit zusammen, dass es weihnachtet.

Zwei Gründe für diesen Zyklus möchte ich nennen:
  1. Am Jahresende werden gerne noch Anlageentscheidungen getroffen. Dies hängt wohl ein Stück weit mit der Auszahlung des Weihnachtsgeldes zusammen.
  2. Hinzu kommt, dass der Begriff "Jahresendrally" zu einem Wort mit prophetischer Wirkung geworden ist. Auch das passt zu Weihnachten. Die Jahresendrally ist zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden. Um diese Zeit werden kaum Aktien verkauft!
Insofern könnte man diesen Punkt in die eigene Börsenstrategie mit einbauen! Ob es allerdings in diesem Jahr noch zu einer Rally kommt ...


Ganz herzlichen Dank, dass Sie "Börsentipps für Einsteiger" regelmäßig besuchen. Für die nächsten 14 Tage gönne ich Ihnen und mir eine kleine Pause.

Frohe und besinnliche Weihnachten
und einen guten Start ins neue Jahr.

Ihr Wolfgang Molzahn

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16 Dezember 2008

 

Börsenstrategie-Element Teil 2: Prozyklisches Verhalten!

Der Trend ist dein Freund!

Der Prozykler ist das Gegenteil des Antizyklers. Während der Antizykler aus der Börsianer-Herde ausschert - besser gesagt, gar nicht zur Schar gehört -, ist der Prozykler ein typisches Herdentier. Wo das Kollektiv der Aktionäre hinwandert, da läuft der Prozykler mit. Es fragt sich dabei nur, wer das eigentliche Leittier dieser Herde ist?

Möglich ist allerdings auch, dass meine Beschreibung gänzlich in die Irre geht. Sie liest sich nämlich so, als würde sich die Herde der Prozykler auf der Weide befinden und grasen. Und plötzlich - wie aus heiterem Himmel heraus - erheben alle ihre Häupter, nehmen wahr, dass das Leittier sich in Gang gesetzt hat, und folgen diesem treu und brav! Da mag was dran sein - ganz richtig ist es aber nicht!

Denn normalerweise besteht die Herde der Prozykler aus vielen Leittieren! Es ist nicht so, dass ein Leittier die ganze "technische Analyse" alleine durchführt und die anderen einfach blindlings vertrauen und hinterhertraben! Nein - die meisten "Tiere" dieser Herde leisten ebenfalls diese Arbeit und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Es versteht sich von selbst, dass es aber auch Herdenglieder gibt, die einfach nur mitwandern. Welchen Weg die meisten einschlagen, das kann wohl nicht ganz verkehrt sein!

Und so wandern sie über Berg und Tal. In den Tiefen grasen sie ausgiebig, schlagen sich ihre Mägen voll und begeben sich, ohne es gleich wahrzunehmen, in höhere Regionen. So nach und nach fällt ihnen auf, dass die Ebene weit zurückliegt und sie sich auf dem Weg zu den saftigen Almen befinden. Nun sind sie bewusst dabei - sie sind sozusagen eingestiegen - wandern höher und höher, bis sie plötzlich vom Winter überrascht werden und beim Kursverfall - ähh - Schneefall wieder den Weg ins Tal suchen.

Und was haben die vielen Leittiere durch Ihre Analysen herausgefunden?
Den Trend - ihr Wissen darum, dass sich die Aktienmärkte zyklisch verhalten, treibt sie zum Herausfinden des Trends. Zeigt der Trend klar nach oben, dann kaufen sie - fallen die Kurse, dann verkaufen sie!

Was zeichnet prozyklische Strategen aus?
Nun - auch

der Prozykler ist ein fleißiger Analyst, der den Markt beobachtet und daraus eine gemäßigte Prophetie bildet.

Als gemäßigt bezeichne ich sie deshalb, weil der Prozykler ein ausgeprägtes Sicherheitsstreben hat!

Wann genau kauft der Prozykler?
Der Prozykler kauft normalerweise erst dann Aktien, wenn sich schon bewiesen hat, dass diese sich im Aufwärtstrend befinden. Gleichzeitig hofft er natürlich, dass sich dieser Trend verstärkt fortsetzt.

Mit anderen Worten: Ein Prozykler kauft Aktien, wenn diese schon relativ teuer sind. Steigt er viel zu spät ein, so kann dies sehr verhängnisvoll sein! Wie immer ist das Timing entscheidend. Kauft der Prozykler rechtzeitig, so ist dieses Verhalten von Vorteil!

Wann genau verkauft der Prozykler?
Ein Prozykler verkauft seine Aktien erst dann, wenn sich der Trend klar nach unten gewendet hat!

Und wie verkauft der Pro-Anti-Zykler?
Es gibt Börsianer, die ihre Aktien prozyklisch kaufen und antizyklisch verkaufen, also sich dann von Ihren Wertpapieren trennen, wenn sie aufgrund Ihrer Marktanalyse zur Erkenntnis gelangen, dass das Ende des Aufwärtstrends nahezu erreicht wurde!

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09 Dezember 2008

 

Börsenstrategien Teil 1: Die antizyklische Strategie!

Kaufen, wenn andere verkaufen - verkaufen, wenn andere kaufen.

Vor einigen Tagen ging ich auf dem Trimm-dich-Pfad spazieren. Ja, Sie haben richtig gelesen. Ich habe mich weder mit Übungen getrimmt, noch bin ich gerannt. Ich ging spazieren und traf dabei einen Lehrer meiner Kinder. Wir kamen auf dies und jenes zu sprechen - natürlich auch auf mein Aktienbuch. Er erwähnte, dass ihm bezüglich seiner Aktienanlage nur ein Rat seines Bankers haften geblieben war, nämlich die Empfehlung, sein Geld antizyklisch zu investieren.

Dieses Gespräch brachte mich auf die Idee, jetzt, nachdem ich die Börsenregeln abgeschlossen habe, ein wenig über Börsenstrategien zu philosophieren. Ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt. Beginnen möchte ich heute mit - wie könnte es anders sein - mit der antizyklischen Strategie!

Was zeichnet antizyklische Strategen aus?
Liest man die Aussage weiter oben, so drängt sich die Meinung auf, dass die antizyklische Strategie eine Gefühlsstrategie ist. Weit gefehlt.

Lassen Sie mich den antizyklischen Anleger etwas salopp beschreiben:

Ein richtiger Antizykler ist ein Malocher, der keine Zeit hat, um auf dem Börsenparkett zu tanzen. Mit Adleraugen beobachtet er den Markt und bildet daraus eine Prophetie. Und weil er von seiner Schau überzeugt ist, kauft und verkauft er etwas früher als andere!

Wer antizyklisches Verhalten aus dem Bauch heraus anwendet, der mag ein paar Mal Glück haben - früher oder später wird er aber Pleite gehen!

Antizyklisch kann man nur dann Gewinne erzielen, wenn die hart erarbeitete Trendwechsel-VOR-kenntnis tatsächlich auch zum Trend wird. Wer zu lange gegen den Trend spekuliert, ohne dass dieser sich einstellt, wird sehr viel Geld verlieren! In diesem Falle wird das mutige Verhalten des Antizyklers bestraft!

Wann genau kauft der Antizykler?
Sehr vereinfacht ausgedrückt handelt er folgendermaßen:
Wann genau verkauft der Antizykler?
Im Klartext heißt dies:

Wenn die Mehrheit immer noch kauft - steigt der Antizykler schon aus,
und wenn die Mehrheit verkauft, steigt er schon wieder ein!

Allerdings ist es für den Antizykler viel schwieriger, den günstigen Ausstiegs- als den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden!

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